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Beste Azubis im Kreis Steinfurt geehrt

Rheine – Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat die besten Auszubildenden im Kreis Steinfurt im Autohaus Brüggemann in Rheine ausgezeichnet. Die 76 Nachwuchspraktiker hatten ihre Abschlussprüfung mit der Note „sehr gut“ im vergangenen Winter und Sommer vor der IHK abgeschlossen. Insgesamt meisterten 1.473 Auszubildende (92,3 Prozent) aus dem Kreis die IHK-Prüfung. Der Anteil der Sehr-gut-Absolventen beträgt 5,2 Prozent.

Die IHK hat die 76 besten Auszubildenden im Kreis Steinfurt ausgezeichnet.
Foto: IHK Nord Westfalen
Gemeinsam übergaben Karl Derikartz, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Steinfurt und stellvertretender Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses für den Kreis Steinfurt, und Gastgeber Christoph Grafmüller, Geschäftsführer des Autohauses Brüggemann, die Urkunden an die erfolgreichen Absolventen.

In die Glückwünsche die Azubis mischte Derikartz auch nachdenkliche Worte: „Der anhaltende Ansturm auf die Hochschulen kann den Fachkräftemangel verstärken und zum Problem für die Unternehmen werden“, warnte er vor einer weiteren Akademisierung. Gerade die mittelständisch geprägte Wirtschaft im Münsterland brauche auch weiterhin Absolventen aus der betrieblichen Aus- und Weiterbildung.

Die Lehre in Betrieb und Berufsschule sei und bleibe für Derikartz das „Erfolgsmodell für eine zukunftssichere Qualifikation“, um das Deutschland in vielen Ländern beneidet werde. Seiner konsequenten Praxisorientierung sei es zu verdanken, dass in Deutschland die Jugendarbeitslosigkeit mit 7,6 Prozent auf einem sehr niedrigen Niveau gehalten werde. Derikartz: „Umso wichtiger ist, dass wir alles daran setzen, dass die betriebliche Ausbildung attraktiv bleibt.“

Sorgen mache ihm, dass die Zahl der Studienanfänger innerhalb von fünf Jahren um knapp zehn Prozent gestiegen ist. „Während sich Studierende gerade nach dem Doppelabitur 2013 in Hörsälen drängen, bleiben attraktive Lehrstellen unbesetzt“, warnte er vor einem Ungleichgewicht, das sich in den nächsten Jahren mit den sinkenden Schulabgängerzahlen zu Ungunsten der dualen Ausbildung im Betrieb weiter verstärken könne. Laut Fachkräftemonitor NRW fehlten schon heute vor allem Fachkräfte aus der betrieblichen Aus- und Weiterbildung.

Den Spitzen-Azubis riet der Unternehmer, sich nicht auf ihren Lorbeeren auszuruhen und „Lernen als Lebensaufgabe“ zu begreifen. Die Halbwertszeit von Wissen werde immer kürzer. „Nutzen Sie darum die Möglichkeiten, die Ihnen Fort- und Weiterbildungen eröffnen“, sagte Derikartz. Zudem rief er sie als „Vorbild für andere“ auf, die Tugenden des Ehrbaren Kauf-manns, also Anstand, Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und Verantwortung, aktiv zu vertreten: „Die Werte klingen altbacken, aber sie geben das wieder, was sich jeder von seinem Geschäftspartner wünscht: dass er zu seinem Wort steht und dass er sein Handeln langfristig und auf einen fairen Umgang mit Liefe-ranten, Kunden und Mitarbeitern anlegt.“

Mittwoch, 2. Oktober 2013
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