Wissenstransfer - Ein handfester Wettbewerbsvorteil

Für viele Unternehmen sind Innovationen überlebenswichtig. Gerade in Marktumfeldern, in denen großer Konkurrenzdruck herrscht, trennt sich durch innovative Produkte, neue Technologien oder besonders moderne Prozesse die Spreu vom Weizen. Nicht ohne Grund investiert die deutsche Wirtschaft jährlich mehr als 70 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung. Aber was können Betriebe tun, die weder über die erforderlichen finanziellen noch die personellen Ressourcen verfügen? Eine Antwort auf diese Frage könnte es bei der Hochschule um die Ecke geben.

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„Wissenstransfer“ lautet das Schlagwort, unter dem auch die Hochschulen im Wirtschaft aktuell-Einzugsgebiet mit der Wirtschaft zusammenarbeiten. Zum Hintergrund: In vielen Unternehmen schlummern Ansätze für Innovationen. Nach dem Motto „Damit müssten wir uns auch noch einmal intensiver beschäftigen, wenn die Zeit es zulässt“ bleiben diese Potenziale jedoch gerade in kleineren Betrieben häufig ungenutzt. Wer diesen Kreis durchbrechen will, kann zum Beispiel Kontakt zur zuständigen Wirtschaftsförderung aufnehmen. Die verfügt in der Regel über einige Erfahrung bei Wissenstransfer-Projekten. Sie kennt die Hochschullandschaft, weiß, wo es kompetente Ansprechpartner für die jeweilige Innovation geben könnte, und bringt mögliche Partner an einen Tisch. Die Wirtschaftsförderungen tun aber noch mehr. Stichwort: „Fördergelder“. Sowohl der Bund als auch die Länder haben attraktive Förderprogramme für Innovations-Projekte aufgelegt und die Wirtschaftsförderungen ebnen den Weg durch den oftmals sehr unübersichtlichen „Förderdschungel“. Unternehmen, die in den Genuss einer solchen Förderung kommen, profitieren doppelt: Ihre Innovationen werden mit externem Know-how und zusätzlichem Kapital vorangetrieben.

Der eigentliche Innovationsprozess findet dann im Austausch zwischen den Unternehmen und den Forschenden oder Studierenden der Hochschulen statt. Ein klassisches Win-win-Modell: Auf der einen Seite bekommen die Unternehmen das Know-how aus der Hochschule und – wenn es alles planmäßig verläuft – eine Innovation, die ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Auf der anderen Seite bietet sich den Studierenden und Forschenden die Chance, ihre theoretische Expertise in praktische Projekte umzusetzen. 

Ein weiterer positiver Nebeneffekt sind die persönlichen Kontakte, die entstehen. Nicht selten legen die Beteiligten in den Projekten sogar die Basis für eine künftige berufliche Zusammenarbeit – in Zeiten des Fachkräftemangels kein kleiner Bonus für die Unternehmen. 

Unternehmen, die Wissenstransfer nutzen, sind oftmals begeistert über den Pragmatismus und die Lösungsorientierung, mit denen die Projekte an den Hochschulen in Angriff genommen werden. Sie berichten von wechselseitiger Wertschätzung und kollegialem Austausch auf Augenhöhe. Von Konflikten zwischen dem vermeintlichen „Elfenbeinturm Hochschule“ und der beruflichen Praxis ist kaum die Rede. 
Auf den folgenden Seiten rücken wir verschiedene Unternehmen und ihre Wissenstransfer-Projekte in den Fokus. Sie alle haben im Verbund mit Partnern aus der Hochschule Projekte realisiert, die sie aus eigener Kraft nicht so ohne weiteres hätten stemmen können. Sie alle würden es immer wieder tun und sie alle eint die Erkenntnis, dass Wissenstransfer ein handfester Wettbewerbsvorteil ist. 

Michael Terhörst 
 

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