Das Betriebsergebnis vor Bewertung lag bei 1,37 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme (Vorjahr: 1,38 Prozent) und fiel damit im Vergleich der Sparkassen im Sparkassenverband Westfalen-Lippe (SVWL) „ebenso überdurchschnittlich gut aus“ wie das Verhältnis von Aufwand zu Ertrag, wie die Sparkasse Münsterland Ost in einer Pressemeldung erklärte: Für jeden erwirtschafteten Euro wendete die Sparkasse rechnerisch nur rund 46 Cent auf.
Treiber waren Wertpapiergeschäft du Kreditvergabe
„Im Geschäftsjahr 2025 haben wir so viele Kundinnen und Kunden wie noch nie beim Wertpapiersparen begleitet. Und mit einer weiter gestiegenen Kreditvergabe konnten wir unsere Privat- und Firmenkundschaft dabei unterstützen, in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld ihre Pläne und Investitionen zu realisieren“, beschreibt der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Münsterland Ost, Klaus Richter, die Besonderheiten des vergangenen Geschäftsjahres.
Unter dem Strich steht in der Bilanz 2025 ein Jahresüberschuss von 16,5 Millionen Euro (Vorjahr: 16,3 Millionen Euro). „An diesem positiven Jahresergebnis haben 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit viel Leidenschaft für die Anliegen ihrer Kundinnen und Kunden gearbeitet. Eine starke Gemeinschaftsleistung“, wertet der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Peter Scholz das Ergebnis.
Wertpapiersparen hoch im Kurs
Der Bestand an Kundeneinlagen wuchs um rund 260 Millionen Euro auf 11,0 Milliarden Euro (plus 2,4 Prozent). In der Geldvermögensbildung, die zu den Einlagen noch die Anlagen in Wertpapiere berücksichtigt, verzeichnet die Sparkasse einen Zuwachs von 4,8 Prozent. Ein Wachstumsfaktor war hier das deutlich gestiegene Interesse am Wertpapiersparen. „Immer mehr Privatkundinnen und -kunden entscheiden sich für Sparpläne, bei denen man regelmäßig in Investmentfonds einzahlt“, erläutert Richter. Mit 14.000 neuen Wertpapiersparverträgen legte der Absatz im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent zu. Und auch der Gesamtbestand der Wertpapierdepots erhöhte sich 2025 um rund zehn Prozent auf 4,3 Milliarden Euro.
Deutliches Kreditwachstum
Das Kreditgeschäft zeigt mit einem Plus von 6,0 Prozent im Vergleich ebenfalls eine deutlich über dem Markt liegende Entwicklung (SVWL-Sparkassen: plus 2,7 Prozent). Dabei stiegen die Darlehenszusagen an Privatkunden mit dem Schwerpunkt auf Immobilienfinanzierungen um 24,4 Prozent auf 693 Millionen Euro und die Zusagen an Firmenkunden um 36,0 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro. Bei den gewerblichen Kundinnen und Kunden standen vor allem die Finanzierung von Wohnungsbau und Investitionen in regenerative Energien im Mittelpunkt. „In der regionalen Wirtschaft sehen wir zwar zunehmende Belastungen durch die Konjunkturentwicklung und die geopolitischen Rahmenbedingungen, aber noch führen diese im Großteil unserer Kundschaft nicht zu existentiellen Problemen, auch wenn die Stimmung aktuell etwas zurückhaltender ist“, betont Firmenkunden-Vorstand Peter Scholz.
Angesichts der zunehmenden Unsicherheiten sei jetzt entscheidend, schnellstmöglich wieder Perspektiven für eine positive wirtschaftliche Entwicklung zu schaffen. „Da stehen wir an der Seite unserer gewerblichen Kundschaft, etwa mit der intensiven Vermittlung von Fördergeldern für zukunftsweisende Investitionen“, versichert Scholz. So konnte das Neugeschäft an Fördermitteln mit 243 Millionen Euro um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert werden.
Teilhabe an guten Ergebnissen
Dass die Kundinnen und Kunden an den guten Ergebnissen der Sparkasse teilhaben, betonte Vorständin Dr. Annegret Saxe: „Was wir in der Region erwirtschaften, fließt in großen Teilen wieder zurück in die Region. Nicht nur in Form von Krediten, sondern beispielsweise auch in Form von Unterstützungen für gemeinwohlorientiertes Engagement.“ Im Jahr 2025 waren das inklusive der Förderungen aus sechs Sparkassenstiftungen insgesamt 4,5 Millionen Euro (2024: 4,1 Millionen Euro) in mehr als 1.000 Projekten. Hinzu kamen noch Ausschüttungen an die Trägergemeinden für gemeinwohlorientierte örtliche Aufgaben oder gemeinnützige Zwecke in Höhe von weiteren 3,3 Millionen Euro.
Die Filialen und Beratungs-Center der Sparkasse seien vor allem für komplexere Finanzfragen wichtige Anlaufstellen, berichtet Privatkundenvorstand Jürgen Wenning. Deshalb investiere die Sparkasse in diese Standorte, die schrittweise modernisiert werden – wie demnächst das Beratungs-Center in Ahlen.
Sparkassen-Bus besteht Testlauf
Auf viel Sympathie und gute Resonanz stieß laut Klaus Richter die Einführung einer mobilen Filiale. Seit September 2025 ist der mit Selbstbedienungsterminal und Geldautomat bestückte, barrierefreie rote Bus im gesamten Geschäftsgebiet unterwegs. „Unsere rollende Sparkasse hat ihren Test bestanden: Sie kommt sprichwörtlich gut an, weil sie die Menschen dort erreicht, wo sie die Sparkasse vor Ort brauchen – mit einer Mischung aus Service und persönlicher Beratung durch zwei Sparkassen-Mitarbeitende“, so Richter. Die mobile Filiale solle deshalb auch künftig Teil der Sparkasse bleiben – als Ergänzung des Angebots aus festen Standorten sowie den digitalen und telefonischen Zugangswegen, kündigt der Vorstandsvorsitzende an.