Lenn Heeke, Auszubildender bei der Kümpers GmbH in Rheine, hat mit der Entwicklung eines Rücknahmesystems für Baumwollhandtuchrollen den ersten Platz beim IHK-Projekt „Circularity Scouts“ erzielt. Das Sortiment des Unternehmens umfasst technische Garne, Gewebe und Handtuchrollen. Das neue System sieht vor, die Textilien nach dem Gebrauch zu recyceln und wieder in den Produktionsprozess zurückzuführen, wodurch nach Berechnungen des Auszubildenden jährlich mehrere Tonnen Rohstoffe eingespart und geschlossene Materialkreisläufe realisiert werden können. An dem Projekt der IHK Nord Westfalen nahmen insgesamt 22 Auszubildende aus elf Unternehmen teil, die über mehrere Monate hinweg Ansätze der Kreislaufwirtschaft erarbeiteten, wie es in einer Mitteilung heißt. Die Abschlussveranstaltung fand in der vergangenen Woche bei der IHK in Münster statt.
„Produkte müssen von Anfang an so gestaltet werden, dass ihr Lebensende bereits mitgedacht wird“, erklärte Lars Baumgürtel, Präsident der IHK Nord Westfalen, zur Eröffnung. Die eingereichten Arbeiten der Auszubildenden deckten Spektren von der Optimierung von Materialkreisläufen über Maßnahmen zur Abfallvermeidung bis hin zum Einsatz digitaler Werkzeuge ab. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben praxisnah gezeigt, wie sich zirkuläre Ansätze konkret im Unternehmensalltag umsetzen lassen“, bilanzierte Dr. Lydia Terborg, IHK-Referentin für Energie, Umwelt und Kreislaufwirtschaft.
Platzierungen und beteiligte Unternehmen
Den zweiten Rang belegten Nemanja Brzakovic, Ali Remzi Kocak und Maximilian Heller vom Schlauchhersteller Masterflex SE aus Gelsenkirchen mit einem Konzept zur Regranulierung von Produktionsresten, Ausschussschläuchen und gebrauchten Schläuchen. Auf den dritten Platz kamen Jamie Mesa Hartisch, Shajeevan Jeedbaleswaran und Amelie Strauss von der ZINQ GmbH & Co. KG, ebenfalls aus Gelsenkirchen. Ihr Projekt „Kreislauf statt Entsorgung“ befasst sich mit der Aufbereitung und Wiederverwendung von Prozesssäuren, um den Bedarf an frischer Säure zu reduzieren.
Darüber hinaus beteiligten sich die REMONDIS GmbH & Co. KG (Standorte Münster und Coesfeld), die Schmitz Cargobull AG (Horstmar), die HUESKER Synthetic GmbH (Gescher), die SCHRADER T+A Fahrzeugbau GmbH & Co. KG (Beckum), die energenta ersatzbrennstoffe gmbh (Ochtrup), die Heinrich Theißen Entsorgung und Verwertung GmbH (Rhede) sowie die HAVER & BOECKER OHG (Oelde) an der Projektrunde.
„Ziel des Projekts ist es, Fach- und Führungskräfte von morgen für die Prinzipien der zirkulären Wertschöpfung zu sensibilisieren und ihnen das notwendige Know-how zu vermitteln, um entsprechende Ideen in ihren Unternehmen zu entwickeln und umzusetzen“, erklärte Referentin Terborg. Die Vermittlung von Grundlagen der Kreislaufwirtschaft und Methoden der Projektarbeit erfolgte in fünf Workshops. Fachliche Unterstützung leisteten die Effizienz-Agentur NRW, die Hochschule Ruhr West sowie die Kommunikationstrainerin Dr. Elisa Franz, unterstützt durch die Initiative In|du|strie. Exkursionen führten die Teilnehmenden unter anderem zu Remondis nach Lünen, zur TON Münster GmbH sowie in das FabLab Bottrop. Die IHK Nord Westfalen plant eine Fortsetzung des Projekts für das kommende Jahr.