Landkreis Osnabrück

Osnabrück: IHK-Ländersommerabend Brasilien

Osnabrück - „Brasilien ist eine aufstrebende Wirtschaftsnation mit wachsender politischer Bedeutung und ein wichtiger Handelspartner Deutschlands und unserer Region“, erklärte Osnabrücks IHK-Präsident Uwe Goebel in seiner Begrüßung zum IHK-Ländersommerabend in Osnabrück, der in diesem Jahr Brasilien zum Thema hatte. Aktuell exportierten bereits über 100 regionale Unternehmen dorthin, knapp 30 regionale Betriebe bezögen Waren von dort. „Das ist sicher noch ausbaufähig“, meinte er. Unterstützen könne dabei insbesondere die Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer (AHK) in Sao Paulo.

IHK-Präsident Uwe Goebel, Gastrednerin Barbara Konner, Hauptgeschäftsführerin der Deutsch-Brasilianischen Industrie- und Handelskammer in Sao Paulo, und IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf sprachen beim IHK-Ländersommerabend in Osnabrück über Chancen des brasilianischen Marktes für regionale Unternehmen (v.l.). Foto: IHK/Hermann Pentermann

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Die Hauptgeschäftsführerin der AHK, Barbara Konner, berichtete in ihrem Vortrag über die Chancen, die Brasilien für deutsche Unternehmen bietet. „Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Veränderungen bietet der Ausbau der Geschäftsbeziehungen Potenziale. Brasilien ist bei vielen Herausforderungen, vor denen Deutschland steht, eine Lösung“, so Konner. Beispielhaft nannte sie den möglichen Import grüner Energie, etwa als grüner Wasserstoff. 

Darüber hinaus biete das Land gerade für Branchen, die im IHK-Bezirk stark vertreten seien, wie etwa der Landmaschinenbau oder die Verpackungstechnik, gute Möglichkeiten. Im Infrastrukturbereich bestünde insbesondere in der Wasser- oder Abfallwirtschaft Bedarf nach deutscher Technologie. „Brasilien strebt dabei zwar vielfach an, die Wertschöpfung im eigenen Land zu erzeugen. Insofern bietet es sich nicht unbedingt an, Brasilien ausschließlich als Exportzielmarkt zu bearbeiten. Es gibt dort aber eine breite Basis mittelständischer Unternehmen, die Interesse an einem Austausch mit dem deutschen Mittelstand hat“, erklärte Konner. 
Zugleich warb sie dafür, das Land nicht zu unterschätzen. „Brasilien ist 24-mal so groß wie Deutschland“, betont sie. Es sei nicht hilfreich, dass Land etwa im Rahmen der Verhandlungen zum Freihandelsabkommen zwischen dem Mercosur-Raum, in dem Brasilien das größte Mitgliedsland ist, und der EU auf Regenwald-Themen zu verkürzen. „Wirtschaftswachstum in Brasilien ist möglich, ohne dass auch nur ein Regenwald-Baum gefällt wird. Wir haben hier Flächen genug“, so Konner. Der Regenwald sei vielmehr gerade wegen seiner enormen Biodiversität eine wichtige Ressource für Forschung und Entwicklung, die geschützt werde und mittelfristig einen relevanten Beitrag zu klimaneutraler Industrieproduktion beitragen könne. Insofern sei es nicht vernünftig, bei Freihandelsabkommen ein sinnvolles Gleichgewicht zwischen ökologischen Forderungen einerseits, und Handels- und Investitionserleichterungen andererseits anzustreben. Die grüne Transformation berge sowohl für Brasilien als auch für die deutsche Wirtschaft zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten. 

„Die vor über 100 Jahren gegründete Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer ist ein wichtiges Bindeglied in den deutsch-brasilianischen Wirtschaftsbeziehungen“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf. „Unsere IHK ist Mitglied der AHK Brasilien und insofern unterstützt die AHK mit ihrem umfangreichen Dienstleistungsangebot auch unsere regionalen Unternehmen bei ihren Geschäften in Brasilien. 

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