In der Vereinbarung wird unter anderem die Abwasserbeseitigung durch das Kanalnetz der Stadt Bocholt festgeschrieben. Außerdem stimmt Bocholt einer Erschließung über die Robert-Bosch-Straße zu. Die Kosten für die Erschließung, für den Bau einer neuen Druckrohrleitung sowie für die nötige Umgestaltung des Knotenpunktes Bocholter Straße/Robert-Bosch-Straße trägt die Stadt Rhede. Hier muss unter anderem die Abbiegespur verlängert werden.
Bei der Unterzeichnung dankte Rhedes Bürgermeister Jürgen Bernsmann seinem Bocholter Kollegen Mangen und dessen Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit. Für Rhede sei das neue Gewerbegebiet wichtig, um neue Flächen zur Verfügung zu haben. Mit Blick auf die unmittelbare Grenzlage zu Bocholt verpflichtet sich Rhede, im künftigen Gewerbegebiet West keine Flächen an Unternehmen aus Bocholt zu verkaufen, es sei denn, die Bocholter stimmen einer solchen Ansiedlung im Einzelfall zu, wie es in einer Mitteilung heißt.
Bocholts Bürgermeister Mangen begrüßte das geplante Gewerbegebiet an der Stadtgrenze. Es sei auch für Bocholt gut, wenn sich in der Nachbarschaft etwas tue, denn immer wieder gebe es Situationen, in denen die Stadt Betrieben kein passendes Grundstück anbieten könne. Wichtig sei aber, Unternehmen in der Region halten zu können. Das Verfahren zum Gewerbegebiet Rhede-West, das in der jetzt geschlossenen Vereinbarung mündete, bezeichnete Mangen als „zukunftsweisend“. „Wir müssen überhaupt mehr gemeinschaftlich denken“, so Bocholts Bürgermeister.
Das geplante Gewerbegebiet Rhede-West umfasst eine Fläche von rund 14 Hektar. Nachdem nun die Vereinbarung mit Bocholt unterzeichnet wurde, wird der Rheder Rat in Kürze den Bebauungsplan beschließen. „Wir bereiten bereits die Ausschreibung für die Erschließungsarbeiten vor“, skizziert Rhedes Beigeordneter Hubert Wewering das weitere Verfahren. „Im zweiten Halbjahr werden wir mit der Vermarktung der Grundstücke beginnen.“ Wenn alles laufe wie geplant, könnten die ersten Betriebe im Sommer nächsten Jahres mit dem Bau beginnen. Dabei strebt die Stadt Rhede eine neue Qualität mit Blick auf Klimaschutz und Klimafolgeanpassung an. So soll der Niederschlag auf dem jeweiligen Grundstück versickern. Dächer sollen bis zu einer Neigung von 15 Grad grundsätzlich begrünt werden, um Regenwasser zurückzuhalten und um zu vermeiden, dass ein Gebäude überhitzt.
Bereits bei der Vergabe der Grundstücke spielen neben Aspekten wie der Zahl der Arbeitsplätze und der Gewerbesteuerentwicklung auch ökologische Kriterien wie Fassadenbegrünung oder Nutzung erneuerbarer Energien eine Rolle.