Kreis Coesfeld

Auftakt für „fit for life“ im Münsterland

Münster – Themen wie Steuern, Finanzen, Gesundheit oder Ernährung kommen jetzt in den Unterricht: In der Gesamtschule Mitte in Münster war der offizielle Auftakt für das Programm „fit for life“ im Münsterland. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern mehr Alltagskompetenzen zu vermitteln. Daran beteiligen sich auch Unternehmen aus dem Münsterland.

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Das Programm ist auf Initiative des NRW-Schulministeriums, der IHK Nord Westfalen und weiterer Partner wie der Handwerkskammer Münster, der Pflegekammer und der Apothekerkammer entstanden. Praktikerinnen und Praktiker, unter anderem aus Unternehmen in der Region, gehen in die Klassen und teilen ihre Erfahrungen. „So entstehen Orientierung, Motivation und reale Einblicke in Alltagsthemen, aber auch berufliche Perspektiven“, erklärte Carsten Taudt, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Bildung und Fachkräftesicherung. 

LifeTeacher für Schulen

Bereits im Januar hatte die IHK Nord Westfalen mit der gemeinnützigen Bildungsinitiative LifeTeachUs eine Bildungspartnerschaft abgeschlossen, nun folgte die Handwerkskammer Münster. Deren Präsident Jürgen Kroos unterzeichnete einen entsprechenden Vertrag, aus Berlin war Ludwig Thiede, Geschäftsführer von LifeTeachUs, zugeschaltet. Er erklärte, wie mit Hilfe einer App Schulen und die sogenannten LifeTeacher zusammengebracht werden. Sie ergänzen in Abstimmung mit den Lehrkräften den Unterricht um zusätzliche Praxisanteile. Dabei kann es um Finanzen, richtige Ernährung, digitale Kompetenzen oder andere Themen gehen, die junge Menschen interessieren. Bildung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, meinte Thiede: „Jede und jeder von uns trägt Wissen und Erfahrungen in sich, die für andere wertvoll sein können. Genau dieses Wissen zurück in die Schule zu bringen, ist unser Ziel.“ 

Daran beteiligen sich auch im Münsterland Unternehmen, aus denen künftig „Lehrerinnen und Lehrer fürs Leben“ kommen sollen, sowie mehrere Schulen. Beim Auftakt in Münster mit dabei waren BSW-Anlagenbau (Everswinkel), Eiffage Infra-West (Borken), Creditreform Münster Riegel & Riegel und Georg Hagelschuer (Dülmen). Als Partnerschulen waren neben der Gastgeberin, die Gesamtschule Münster Mitte mit der Schulleiterin Ulli Thöne, auch die Euregio Gesamtschule Epe und die Hauptschule Coerde mit dabei. 

Großes Engagement

Schon vor dem offiziellen Auftakt hat „fit for life“ in der Region an Dynamik gewonnen. Mehrere Schulen im Regierungsbezirk Münster haben gemeinsam mit Unternehmen erste „Life Lessons“ umgesetzt. „Dass sich so viele Akteure engagieren, zeigt, wie groß der gemeinsame Wille ist, junge Menschen frühzeitig zu stärken“, sagte Taudt. Auch die Bezirksregierung Münster begrüßt die Entwicklung. „Kooperationen mit außerschulischen Partnern erweitern die Lernräume unserer Schulen und stärken die Lebens- und Berufsorientierung junger Menschen nachhaltig“, betonte Matthias Schmied, der bei der Bezirksregierung die Abteilung für Schule, Kultur und Sport leitet. Besonders positiv sei, dass sich im Münsterland tragfähige Netzwerke bildeten, die das Programm eigenständig weiterentwickeln. 

Positive Rückmeldungen

Die bisherigen Rückmeldungen aus den Schulen fallen durchweg positiv aus. Lehrkräfte berichten von hoher Aufmerksamkeit und großer Praxisnähe der Inhalte. Unternehmen und weitere regionale Partner engagieren sich bereits aktiv und bringen ihre Expertise direkt in die Klassen ein. „Im Münsterland ist deutlich spürbar, wie Schule und Wirtschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen. Solche Netzwerke sind entscheidend, um das Programm nachhaltig wachsen zu lassen“, meinte Thiede. Nun sind weitere Schulen und Unternehmen eingeladen, sich zu beteiligen und eigene LifeTeacher zu stellen. 

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