Leitfaden für nachhaltige Gewerbegebiete: Punkte sammeln für den Grundstückkauf

Ludger Dieckhues (Wirtschaftsförderer, links), Astrid Cox (Stabstelle Stadtentwicklung der Stadt Bocholt) und Daniel Zöhler (Stadtbaurat der Stadt Bocholt) präsentieren den Leitfaden für nachhaltige Gewerbegebiete. (Foto: Stadt Bocholt)
Ludger Dieckhues (Wirtschaftsförderer, links), Astrid Cox (Stabstelle Stadtentwicklung der Stadt Bocholt) und Daniel Zöhler (Stadtbaurat der Stadt Bocholt) präsentieren den Leitfaden für nachhaltige Gewerbegebiete. (Foto: Stadt Bocholt)

Punkte für nachhaltige Projekte sammeln, Gewerbegrundstück erwerben – nach diesem Prinzip aus dem neuen „Leitfaden für Gewerbeflächenentwicklung“ sollen sich Unternehmen Baugrundstücke in Bocholt sichern und erwerben können.

Ende 2019 hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bocholt die Leitlinien für eine nachhaltige Gewerbeflächenentwicklung beschlossen. Nach diesem Beschluss werden seit 2020 Gewerbeflächen in Bocholt nicht nur nach ökonomischen und sozialen Kriterien, sondern auch nach ökologischen Eigenschaften vergeben. Die aktuelle Erweiterung des Industrieparks Bocholt hat die Stadt zum Anlass genommen, ein konkretes Konzept zu erarbeiten, wie Industrie- und Gewerbeflächen unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten zukünftig entwickelt werden können. 

Das Konzept soll das bisherige Vorgehen der Bauleitplanung und der Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing Gesellschaft Bocholt ergänzen, aber nicht baurechtliche Festsetzungen ersetzen. Der „Leitfaden für nachhaltige Gewerbeflächenentwicklung“ soll zum Beispiel Unternehmen und Architekten Hilfestellung leisten sowie praktische Beispiele und Inspiration an die Hand geben. Auch Institutionen zeigen, welche ökologischen Maßnahmen möglich sind. 

„Da wir im Herbst in die Vermarktungsgespräche für die Industrieparkerweiterung gehen, ist der Leitfaden das perfekte Instrument, um den Unternehmen anschaulich und kompakt die Leitlinie sowie die jeweiligen Maßnahmen zu erläutern“, erklärt Ludger Dieckhues, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing-Gesellschaft Bocholt.  
 
In insgesamt fünf Kategorien – Wasser und Boden, Stadtklima, Erneuerbare Energien und 
Energieeffizienz, Biodiversität und Mobilität – können Unternehmen Punkte sammeln. Je nach Bedeutung eines Projekts, das die Unternehmen für mehr Nachhaltigkeit umsetzen, gibt es entweder 10 oder 20 mögliche Punkte. Insgesamt können sie 330 Punkte sammeln. Um ein Gewerbegrundstück nach ökologischen Gesichtspunkten zu erhalten, müssen mindestens 66 Punkte (in bereits bestehenden Gebieten 33 Punkte) von 330 Punkten erreicht werden. „Bei besonders positiven Ergebnissen im ökologischen Kriterienkatalog wird ein Preisnachlass beim Grundstückskauf von fünf oder zehn Euro pro Quadratmeter gewährt. Das soll den besonderen Anreiz für die Unternehmen schaffen, mehr als die nötigsten Maßnahmen umzusetzen“, erläutert Stadtbaurat Daniel Zöhler aus.  
 
Hier geht’s zum Leitfaden für nachhaltige Gewerbegebiete: https://www.bocholt.de/wirtschaft/gewerbeflaechenimmobilien/

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