Den Spiess umdrehen

Berufsorientierung

Im Zuge der Berufsorientierung gibt es für die Klassen in Borken neue Angebote. (Foto: AdobeStock/as-artmedia)
Im Zuge der Berufsorientierung gibt es für die Klassen in Borken neue Angebote. (Foto: AdobeStock/as-artmedia)

Bei den meisten Veranstaltungen zur Berufsorientierung müssen sich Jugendliche selbst auf den Weg machen, um Unternehmen kennenzulernen, Informationen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. In Borken wird der Spieß nun umgedreht: Vertreter der Wirtschaftsförderung und der Borkener Unternehmen werden regelmäßig den Schulunterricht besuchen.

Möglich wird das durch das neue Projekt „Wirtschaft in Schule“, das die Wirtschaftsförderung Borken ins Leben gerufen hat. Die Aktion startet nach den Sommerferien und soll dabei helfen, junge Menschen und Unternehmen unkompliziert zusammenzubringen. Die Wirtschaftsförderung bereitet Unterrichtseinheiten vor und besucht jeweils mit einem Mitarbeitenden und einem Unternehmensvertreter eine Schulklasse. Die Schülerinnen und Schüler sollen neben fachlichen Informationen zum Unternehmen auch notwendige Tipps aus erster Hand, sprich direkt von der Unternehmerin oder dem Unternehmer ehalten. „Unser Ziel sind lockere Gespräche auf Augenhöhe“, erklärt Wirtschaftsförderin Lisa Stegger. So drehen die Unternehmen auch 30-sekündige Videos mit einer kurzen Vorstellung, die den Schülerinnen und Schülern schon vor dem Unterrichtsbesuch gezeigt werden. „So möchten wir Hemmungen abbauen. Kein Schüler und keine Schülerin soll nervös werden, wenn auf einmal der Geschäftsführer eines großen Unternehmens vor der Klasse steht“, erläutert Wirtschaftsförderin Julia Ohters.


Das Projekt wird digital von der Borkener Lokalzeitung begleitet, die das Portal „Dein AzubiDate“ gegründet hat. In dem Matching-Portal können sich Unternehmen und junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsbetrieb registrieren und sich gegenseitig ansprechen. Interessiert sich ein Jugendlicher zum Beispiel für einen Beruf im Gesundheitswesen, können ihn Unternehmen aus dieser Branche kontaktieren und auf ihr Ausbildungsangebot hinweisen. Auf der anderen Seite haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, gezielt nach Unternehmen aus ihrem Interessenbereich zu suchen und sie anzusprechen. 
„Wirtschaft in Schule“ ergänzt das bereits umfangreichen Portfolio zur Berufsorientierung in Borken. Insgesamt findet alle zwei Monate eine Veranstaltung zu den Themen Ausbildung und Karriere statt. Dazu gehören die Infomesse BIT2, das Azubi-Speed-Dating, Praktika, die kreisweite Nacht der Ausbildung im November und der Girls- und Boys-Day. Der soll in Zukunft neu aufgelegt werden: Gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Karina Sienert, wird die Wirtschaftsförderung den Tag neu etablieren. Am Girls- und Boys-Day können Schülerinnen und Schüler in Berufe hineinschnuppern, die sonst klassischerweise vom anderen Geschlecht ausgeübt werden. „Mit den vielen verschiedenen Veranstaltungen machen wir jungen Menschen über das ganze Jahr Angebote zur Berufsorientierung“, verdeutlicht Wirtschaftsförderin Stegger.


Weitere Unterstützung für junge Menschen gibt es im Gründerzentrum. Wer eine Geschäftsidee entwickelt hat, kann sich dort ausprobieren und erhält Hilfe bei der Weiterentwicklung und der Umsetzung seiner Idee. Auch das Gründerfrühstück trägt zur Vernetzung bei: Mit allen Mietern und den Gesellschaftern des Gründerzentrums gibt es regelmäßig ein gemeinsames Frühstück mit Zehn-Minuten-Pitches, in denen die jungen Gründer Gehör für ihre Idee finden können. Alle acht Wochen findet außerdem der Gründerclub statt, an dem potenzielle Gründer und Unternehmen teilnehmen und sich austauschen können. „Der Gründerclub ist eine gute Starthilfe und wird sehr gut angenommen“, betont Wirtschaftsförderin Ohters. „Insgesamt sind wir im Bereich der Berufsorientierung solide aufgestellt. Das neue Projekt ‚Wirtschaft in Schule‘ ist eine sehr gute Ergänzung und wird es Jugendlichen erleichtern, die Unternehmen vor Ort kennenzulernen. Gleichzeitig können sich unsere Betriebe bereits nach potenziellen Azubis umsehen – eine Win-win-Situation.“

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