
Aktienmarkt - der Wochenrückblick:
Die freundliche Börsenentwicklung vom Jahresbeginn hat sich an den internationalen Börsen in der vergangenen Woche zunächst nicht fortgesetzt. Wegen einer Reihe von Gewinnwarnungen, enttäuschender Unternehmensnachrichten und neuen Spannungen im Finanzsektor, dem politisch motivierte Sonderabgaben drohen, gaben die US-Aktienkurse wieder nach. Dies sollte aber nicht überbewertet werden.
Mit Alcoa, dem weltweit größten Aluminiumproduzenten, hat in der vergangenen Woche die Berichtssaison für das Schlussquartal 2009 begonnen. Das Ergebnis des Unternehmens fiel zwar enttäuschend aus, doch wäre es verfrüht, daraus schon einen Trend ableiten zu wollen. Die S&P-500-Unternehmen werden auf jeden Fall mit kräftigen Gewinnsprüngen aufwarten, was aber im Wesentlichen auf Basiseffekte zurückgeht, weil das entsprechende Vorjahresquartal sehr schwach ausgefallen war. Selbst für den Fall, dass einzelne Ergebnisse den Konsens übertreffen sollten, dürfte dies nur Kostensenkungen zu verdanken sein und nicht einer Belebung an den Absatzmärkten. Wir erwarten deshalb auch von guten Ergebnissen wenig neue Impulse.
Aktienmarkt - ein Ausblick:
Umso mehr sollte daher aber den Unternehmensprognosen Aufmerksamkeit geschenkt werden. Unsere Zweifel daran, dass das hohe Erholungstempo an den Aktienmärkten aufrechterhalten werden kann, bleiben bestehen. Die Unternehmen benötigen Zeit, die vorauseilenden Kurse in der Gewinnentwicklung abzubilden. Eine Korrektur an den Akteinmärkten in den kommenden Monaten würde uns daher nicht überraschen, wäre sogar – vor dem Hintergrund der Gefahr einer Überhitzung – durchaus gesund.
Auf Sicht der nächsten zwölf Monate bleiben wir aber optimistisch und rechnen mit höheren Aktienkursen. Denn: Die Weltkonjunktur wird sich 2010 erholen. Deutschland dürfte von dieser Entwicklung besonders profitieren. Mit einem Plus von 6,7 Prozent könnten die Exporte in diesem Jahr das Wachstum treiben. Gestützt durch die angesprochenen Kostensenkungen und Konjunkturstabilisierung steht ein neuer Aufwärtstrend der Unternehmensgewinne bevor. Die Zinsen bleiben auf absehbare Zeit niedrig. Die Aktienmärkte weisen nach dem Tiefpunkt einer Rezession die höchsten Anstiegsraten auf und der Aktienmarkt ist immer noch gut 20 Prozent unterbewertet.
Bezogen auf den deutschen Aktienmarkt gefallen uns insbesondere drei Bewertungsabschläge:
1. Das immer noch niedrige KBV (Abschlag 35 Prozent), das immer noch für eine große Unsicherheit bezüglich der Wirtschaftsentwicklung steht.
2. Die hohe Dividendenrendite, weil wir davon ausgehen, dass ab 2010 die Dividendenzahlungen wieder ansteigen werden.
3. Das niedrige 12-months forward KGV, also die Bewertung der prognostizierten, zukünftigen Unternehmensgewinne, welches hauptsächlich auf 2010er Schätzungen basiert, dem ersten Jahr der Konjunkturerholung.
Christoph Bender ist Wertpapierspezialist bei der VR Bank Westmünsterland. Alle hier veröffentlichten Angaben dienen ausschließlich Ihrer Information und stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Trotz sorgfältiger Beschaffung und Bereitstellung wird keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der zum Abruf bereit gehaltenen und angezeigten Börsenindizes, Kurse, Preise, Nachrichten und sonstige Angaben übernommen.
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