June 19, 2013

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Aktienindices verharren in Seitwärtsbewegung

Die Börse in der 35. und 36. Kalenderwoche

Stadtlohn - Wöchentlich im Wechsel beobachten Experten der National-Bank, der VR Bank Westmünsterland, der PSD Bank sowie der Sparkasse Westmünsterland die Börse für die Wirtschaft-aktuell-online-Leser. Diesmal nimmt Ekkehard Link, Leiter der Abteilung Handel der National-Bank, das Börsengeschehen unter die Lupe.

Aktienmarkt - Rückblick:
Der Monat September strafte seinen schlechten Ruf an den internationalen Aktienmärkten Lügen, indem er eines der besten Anlageergebnisse in diesem Monat aufwies. Dagegen zeigt der langjährige Vergleich des Septembers mit anderen Kalendermonaten ein recht deutlich ausgeprägtes Übergewicht umfangreicher Monatsverluste. Auch das Gros der Schwellenlandsbörsen vollzog eine Kurserholung nennenswerten Umfangs. Allerdings war allen Aktienindices gemeinsam, dass sie während der zurückliegenden Wochen nur vorangegangene Kursverluste egalisierten. Das Geschehen am japanischen Aktienmarkt war zeitweilig durch die Intervention der Landesregierung zur Schwächung des japanischen Yen bestimmt.

Aktienmarkt - Ausblick:
Die Konjunkturentwicklung der G3-Wirtschaftsräume (USA, Japan, Europa) wird in zunehmendem Maße durch die Geschehnisse in den USA beeinflusst. Dort ist eine nennenswerte Abschwächung des Wirtschaftswachstums im Jahresverlauf zu beobachten. Seit dem Auslaufen mehrerer konjunktureller Stützungsmaßnahmen im Frühjahr dieses Jahres nährt die Entwicklung zunehmend Zweifel, ob der laufende US amerikanische Aufschwung selbsttragender Natur ist oder neuer geld  und konjunkturpolitischer Stimulantien bedarf.

Während sich das europäische Wirtschaftswachstum auf vergleichsweise geringem Niveau trotz der Staatsschuldenkrise verstetigt, steigt die Besorgnis in Japan weiter an: Eine hartnäckige und anhaltende Schwächung der Binnenkonjunktur und die sich scheinbar unbegrenzt fortsetzende Aufwertung der Landeswährung gefährden die nachhaltige Erholung und erhöhen im Urteil von Regierung und Notenbank die Gefahr, dass die überwunden geglaubte Deflation zurückkehren könnte. Die Intervention gegenüber der eigenen Landeswährung dürfte vermutlich nicht die letzte gewesen sein. Das Dilemma bleibt bestehen, dass in den G3 Staaten nur ein „blutarmer“ Aufschwung stattfindet, während andererseits die staatlichen finanziellen Spielräume abnehmen, etwas dagegen ins Werk zu setzen.

Die Wahrscheinlichkeit steigt nach unserer Auffassung, dass die G3-Notenbanken unter Führung der Fed ihre Geld- und Kreditpolitik im Wege der sogenannten mengenmäßigen Lockerung erneut deutlich expansiv gestalten. Dabei dürfte es erneut zu Ankäufen von Staatsanleihen und möglicherweise hypothekarisch unterlegten Wertpapieren kommen. Im Prinzip würde eine solche Liquiditätsausweitung die Rahmenbedingungen der Aktienkursentwicklung verbessern. Ungewissheit erwächst jedoch vor allem aus der anhaltend schwachen Entwicklung des US Immobilienmarkts und der dortigen hohen Arbeitslosenquote von zuletzt 9,6 Prozent. Das beschriebene Umfeld begrenzt wahrscheinlich das künftige Kurspotenzial an den Weltbörsen in engem Rahmen, schafft andererseits aber auch keinen Raum für neue umfangreiche Kursrückgänge bis zum Jahresende.

Fazit:
Die G3 Aktienindices dürften bis auf weiteres in ihrer andauernden Seitwärtsbewegung verharren. Wir sehen mittelfristig unveränderte Kursziele (S&P500 Index: ca. 920/ 1.250 Punkte, EURO STOXX 50 Index: ca. 2.400/ 3.300 Punkte, DAX Index: ca. 4.750/ 6.500 Punkte).

Ekkehard D. Link, CFA
Ltr. Portfolio Management
National-Bank AG


Der aktuelle Blick auf die Kurse

Ekkehard Link, Leiter Abteilung Handel, National-Bank.

Der Börsenfachmann

"Mr. Dax" Ekkehard Link, Jahrgang 1962, absolvierte zunächst eine Banklehre bei der Bankgesellschaft Berlin sowie ein BWL-Studium an der Technischen Universität. Danach folgte eine dreijährige Ausbildung zum Finanzanalysten (CFA-Programm). Sieben Jahre lang war er Leiter der Abteilung Kapitalmärkte Research der National-Bank aus Essen, heute ist er Leiter Portfolio Management.

Fragen an den Experten? Schicken Sie einfach eine E-Mail an boerse@wirtschaft-aktuell.de

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Dienstag, 13. Juli 2010
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