
Aktienmarkt - der Wochenrückblick:
Nach fünf aufeinanderfolgenden negativen Quartalen ist auch die Wirtschaft im Euroraum im Sommer wieder auf einen Erholungspfad eingeschwenkt. Allerdings zeigt sich das Bild für die einzelnen Mitgliedsländer der Währungsunion gemischt: Während die spanische Wirtschaft, die von der Krise auf dem heimischen Immobilienmarkt besonders hart getroffen wurde, in der Rezession verharrte, konnte Deutschland im vergangenen Quartal dank deutlicher Impulse von den Ausrüstungs- und Lagerinvestitionen das höchste BIP-Wachstum unter den großen EWU-Ländern verzeichnen.
Aktienmarkt - ein Ausblick:
In den kommenden Quartalen wird die Konjunkturerholung hierzulande zwar wieder etwas an Schwung verlieren, insgesamt bleibt der Ausblick für die deutsche Wirtschaft aber positiv. Ausgelöst von Kostensenkungen und Konjunkturstabilisierung steht auch an den Börsen vielleicht der Beginn eines neuen Zyklus bei den Unternehmensgewinnen bevor. Dies macht es sehr wahrscheinlich, dass die Märkte in zwölf Monaten höher stehen werden als heute. Die Aktienmärkte weisen nach dem Tiefpunkt einer Rezession die höchsten Anstiegsraten auf. Mit einer Stabilisierung der Konjunktur und frischen Mittelzuflüssen stehen wir derzeit in einer solchen Situation. Dies bestätigt auch die langsam auslaufende Berichtssaison für das dritte Quartal in den USA. Bei zahlreichen amerikanischen Unternehmen herrscht inzwischen wieder mehr Zuversicht. Eine Reihe von optimistischen Unternehmensprognosen sorgte deshalb in der vergangenen Woche für weitere Kursavancen, und der S&P-500-Index erreichte den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr.
Wir haben kurzfristig allerdings Zweifel daran, dass das hohe Erholungstempo aufrechterhalten werden kann. Die Unternehmen benötigen Zeit, die vorauseilenden Kurse in der Gewinnentwicklung abzubilden. Eine Jahresendrallye ist aufgrund der vorhandenen Liquidität realistisch, spätestens im Frühjahr könnte es jedoch zu einer Korrektur kommen. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die Aktienmärkte nach der starken Kursentwicklung seit März anfällig für Rückschläge sind, wie sie in der letzten Oktoberwoche zu beobachten waren. Anlegern, die eine vor dem Hintergrund saisonaler Verlaufsmuster nicht unwahrscheinliche Jahresendrallye erwarten, empfehlen wir, getätigte Käufe mit stop-loss-Marken abzusichern.Strategische Investoren sollten einen Rücksetzer abwarten.
Christoph Bender ist Wertpapierspezialist bei der VR Bank Westmünsterland. Alle hier veröffentlichten Angaben dienen ausschließlich Ihrer Information und stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Trotz sorgfältiger Beschaffung und Bereitstellung wird keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der zum Abruf bereit gehaltenen und angezeigten Börsenindizes, Kurse, Preise, Nachrichten und sonstige Angaben übernommen.
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