
Aktienmarkt - der Wochenrückblick:
Mit Spannung war an der Wall-Street die für Montag angekündigte Erklärung des neuen US-Finanzministers bezüglich des Bankenrettungsplanes erwartet worden. Zunächst wurde diese um einen Tag verschoben, dann brachte sie nur wenig Konkretes. Die Aktienkurse gingen weltweit sofort wieder auf Talfahrt. Wie die neue US-Regierung gedenkt, der Krise Herr zu werden, bleibt somit weiter ungewiss. Auch die Tatsache, dass der US-Kongress dem Mega-Konjunkturprogramm doch noch seinen Segen gab, änderte daran nichts.
Sicher ist nur, dass der ursprünglich verfolgte Plan einer staatlichen "Bad Bank", in der die Banken ihre Problemengagements auslagern könnten, aufgegeben worden ist. Gerade dieses Konzept war an den Aktienmärkten aber gut angekommen. Jetzt soll ein neuer Weg beschritten werden, indem die Problemkredite mit Staatsgarantien versehen und dann an institutionelle Investoren verkauft werden sollen. Dies stoß am Aktienmarkt auf Skepsis, auch wenn der Staat dafür Mittel im Umfang von 1.500 Milliarden US-Dollar in Aussicht stellte. An den internationalen Kapitalmärkten ist jetzt der Eindruck entstanden, dass die neue US-Regierung der Krise relativ hilflos gegenübersteht, während sich die Lage zuspitzt. Besonders die Entwicklung am Aktienmarkt, wo die Arbeitslosenquote im Januar den höchsten Stand seit 1992 erreichte, ist brisant, weil dadurch Belastungen für den privaten Konsum drohen.
Aktienmarkt - ein Ausblick:
Die Aussichten bleiben für die Aktienmärkte weiter zunächst getrübt. In Deutschland erreicht die Berichtsaison für 2008 ihren Höhepunkt. Mit Fresenius, Continental, Commerzbank, Daimler, Postbank und MAN legen zahlreiche Schwergewichte ihre Bilanzen oder vorläufigen Ergebnisse vor. Das wird die Volatilität weiter hoch halten, wenngleich der Dax zuletzt eine beachtliche Widerstandsfähigkeit gegen schlechte Nachrichten bewies. Solange die Marktteilnehmer keine Details erfahren, wird es wohl bei der abwartenden Haltung bleiben. Es spricht also wenig dafür, dass der DAX die seit Oktober 2008 bestehende Handelszone zwischen 4.000 und 5.000 Punkten kurzfristig verlassen wird.
Christoph Bender ist Wertpapierspezialist bei der VR Bank Westmünsterland. Alle hier veröffentlichten Angaben dienen ausschließlich Ihrer Information und stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Trotz sorgfältiger Beschaffung und Bereitstellung wird keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der zum Abruf bereit gehaltenen und angezeigten Börsenindizes, Kurse, Preise, Nachrichten und sonstige Angaben übernommen.
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