
Aktienmarkt - Rückblick:
Ende September 2009 unterbrachen die internationalen Aktienmärkte ihre beispiellose Hausse und schwenkten in eine bislang moderate Kurskorrektur ein. Wieder fallende Rohstoffpreise und Kapitalmarktzinsen bildeten das dazu passende Begleitbild. Das Ergebnis der Bundestagswahlen sorgte am deutschen Aktienmarkt vielfach für Erleichterung, der zum einen das klare Ergebnis, zum anderen die Hoffnung auf wirtschafts- oder finanzpolitische Reformen zugrunde liegen
Aktienmarkt - Ausblick:
Welche Aussichten bieten die Aktienmärkte mit Blick auf das nahende Jahresende? Die nunmehr für Klarheit sorgenden politischen Rahmenbedingungen in Deutschland sind einerseits ohne Zweifel für die wirtschaftliche Erholung Deutschlands wie Europas wichtig und vorteilhaft. Allerdings ändert sich dadurch wenig an der Tatsache, dass unser stark außenhandelsabhängiges Land fest in das weltwirtschaftliche Geschehen eingebettet ist. Die Sitzung der US amerikanischen Notenbank und das folgende G20 Gipfeltreffen in Pittsburgh in der vergangenen Woche zeigen nach unserer Auffassung primär zwei Erkenntnisse: Zum einen sind die Folgewirkungen der Finanzkrise noch keinesfalls überwunden. Die Entscheidung der US Notenbank, ihr Ankaufprogramm für hypothekarisch besicherte Anleihen bis Ende März 2010 zu verlängern, untermauert ihre offen ausgesprochene Sorge bezüglich Stärke und Dauerhaftigkeit der laufenden US amerikanischen Konjunkturerholung. Die Feststellung, dass diese Entscheidung ja nur einer zeitlichen Verlängerung des ohnehin geplanten und verabschiedeten Ankaufprogramms entspricht, kann dabei kaum als „entlastendes“ Argument betrachtet werden. Zum anderen wird deutlich, dass Regierungen wie Notenbanken rund um den Globus entschlossen sind, den Prozess des „de leveraging“ der Weltwirtschaft fortzusetzen. Dafür wird in erster Linie beim Finanz- und Bankensektor angesetzt werden. Die Bandbreite der (international einheitlich umzusetzenden) Vorhaben reicht dabei von verschärften Eigenkapitalvorschriften für Finanzunternehmen bis zu Überlegungen bezüglich der Abwicklung sogenannter „systemrelevanter“ Marktakteure, wenn (und möglichst bevor) diese zu einer Bedrohung des internationalen Finanzsystems werden. Noch ist keineswegs klar, welche dieser Vorhaben tatsächlich in Gesetzesform grenzüberschreitende Wirksamkeit erlangen werden. Aber wir sehen es als eine mit Sicherheit zu erwartende Entwicklung an, dass die künftige Liquiditätsausstattung der Volkswirtschaften im Vergleich zum zu Ende gehenden Jahrzehnt weniger generös sein wird. Daraus folgend dürfte auch das künftige Realwachstum rund um den Globus geringer ausfallen als während der Jahre 2003-2008 zu verzeichnen war.
Fazit:
Der beispiellose „Run“, in dessen Verlauf die Aktienkurse rund um den Globus um bis zu 60 Prozent zwischen März und September dieses Jahres stiegen, dürfte seinem Ende nahe sein. Mit Blick auf die nächsten sechs bis zwölf Monate erwarten wir keine weiteren Netto-Kursanstiege, sondern Schwankungen der Aktienindices innerhalb der folgenden Ober- und Untergrenzen: S&P500 Index: ca. 850/ 1.000 Punkte, EURO STOXX 50 Index: ca. 2.200/ 2.800 Punkte, DAX Index: ca. 4.400/ 5.600 Punkte.
Ekkehard D. Link, CFA
Ltr. Portfolio Management
National-Bank AG
Der aktuelle Blick auf die Kurse
"Mr. Dax" Ekkehard Link, Jahrgang 1962, absolvierte zunächst eine Banklehre bei der Bankgesellschaft Berlin sowie ein BWL-Studium an der Technischen Universität. Danach folgte eine dreijährige Ausbildung zum Finanzanalysten (CFA-Programm). Sieben Jahre lang war er Leiter der Abteilung Kapitalmärkte Research der National-Bank aus Essen, heute ist er Leiter Portfolio Management.
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