May 21, 2013

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Leichte Erholung an den Aktienmärkten

Die Börse in der 12. und 13. Kalenderwoche

Stadtlohn - Wöchentlich im Wechsel beobachten Experten der National-Bank, der VR Bank Westmünsterland, der PSD Bank sowie der Sparkasse Westmünsterland die Börse für die Wirtschaft-aktuell-online-Leser. Diesmal nimmt Ekkehard Link, Leiter der Abteilung Handel der National-Bank, das Börsengeschehen unter die Lupe.

Aktienmarkt - Rückblick:
Mit dem Beginn der zweiten Märzdekade kam es an den internationalen Aktienmärkten zu einer heftigen Aufwärtsreaktion auf die vorangegangenen Kursverluste seit Jahresbeginn. Die Aktienindices der maßgeblichen Weltwirtschaftsblöcke (Nordamerika, Japan, Europa; auch als „G3“ bekannt) erholten sich binnen zirca zehn Börsentagen um zeitweilig mehr als 15 Prozent von ihren zu Monatsbeginn erreichten Tiefständen. Auffällig war dabei die kräftige Erholung zahlreicher Finanztitel, die seit Monaten die Baissebewegung angeführt hatten. Eine durchgreifende Verbesserung der fundamentalen Rahmenbedingungen für diese Titelgruppe zeigte sich indes nicht.

Aktienmarkt - Ausblick:
Die Schätzungen der Unternehmensgewinne für die Jahre 2009 und 2010 für den G3 Wirtschaftsraum werden weiter in atemberaubendem Umfang zurückgenommen. Aus heutiger Sicht erscheint es zweifelhaft, ob die bis in die jüngste Zeit hinein optisch niedrigen Kurs Gewinn Verhältnisse der zugehörigen Aktienmärkte künftig Bestand haben werden: Da die Gewinnschätzungen umfangreicher verfallen als die Aktienkurse, erhöhen sich die analytischen Bewertungen der Aktienmärkte trotz der seit Jahresbeginn 2009 nochmals verschärften Baissebewegung.

Die internationalen Notenbanken sind jüngst zu einer deutlich verstärkten Lockerung ihrer Geld- und Kreditbedingungen übergegangen, wobei sich vor allem die Notenbanken der USA, Großbritanniens und Japans hervortun. Das gemeinsame Ziel besteht darin, die fallierende Weltkonjunktur zu stabilisieren und einer Kreditklemme bzw. einem allgemeinen Vertrauensverlust in die künftige wirtschaftliche Entwicklung entgegenzuwirken. Wir sind der Auffassung, dass dieses Vorgehen angebracht ist. Allerdings erscheint es uns ungewiss, ob dieses Ziel erreicht werden kann, solange die vergleichsweise desolate Lage zahlreicher Finanzdienstleistungsunternehmen anhält.

Mit Spannung richtet sich somit der Blick auf die kommende Woche. Vermutlich wird die US Regierung enthüllen, auf welche Weise eine überzeugende und nachhaltige Bereinigung der Bilanzen der Finanzdienstleister erfolgen soll. Die wirtschaftliche Zukunft der G3-Staaten dürfte nicht unerheblich von der überzeugenden Vermittlung bzw. dem künftigen Gelingen dieses Vorhabens abhängen. Erste Indikationen deuten darauf hin, dass sowohl der öffentliche wie der private Sektor in den USA an diesem Sanierungsverfahren beteiligt sein sollen.

Nach der Umkehrung der jüngsten Kursschwäche erwarten wir kurzfristig zumindest keine neuen Tiefstände der G3 Aktienindices. Ein Rückfall in die Nähe des seit Jahresbeginn erreichten niedrigsten Kursniveaus der Indices bleibt dagegen jederzeit möglich und ist vermutlich wahrscheinlicher als eine sofortige und umfangreiche Fortsetzung der laufenden Kurserholung. Wir schätzen die mittelfristige Aktienmarktentwicklung weiterhin zurückhaltend ein: Unter der Annahme anhaltend hoher Schwankungsfreudigkeit erwarten wir für den EuroSTOXX50 Index während des Jahres eine erweiterte Schwankungsbreite zwischen rund 1.750 und 2.800 Punkten. Der DAX Index dürfte sich zwischen rund 3.600 und 5.200 Punkten bewegen.

Der aktuelle Blick auf die Kurse

Ekkehard Link, Leiter Abteilung Handel, National-Bank.

Der Börsenfachmann

"Mr. Dax" Ekkehard Link, Jahrgang 1962, absolvierte zunächst eine Banklehre bei der Bankgesellschaft Berlin sowie ein BWL-Studium an der Technischen Universität. Danach folgte eine dreijährige Ausbildung zum Finanzanalysten (CFA-Programm). Sieben Jahre lang war er Leiter der Abteilung Kapitalmärkte Research der National-Bank aus Essen, heute ist er Leiter Portfolio Management.

Fragen an den Experten? Schicken Sie einfach eine E-Mail an boerse@wirtschaft-aktuell.de

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Mittwoch, 25. Februar 2009
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