August 5, 2020

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Sparkasse: Mehr Geschäft, weniger Gewinn

Münster/Kreis Warendorf – Die Bilanzsumme der Sparkasse Münsterland Ost stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 3,4 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro, wie das Institut bekannt gegeben hat.

Der Vorstand der Sparkasse Münsterland Ost (von links): Klaus Richter (Vorstandsmitglied), Markus Schnabel (Vorstandsvorsitzender), Roland Klein (stellvertretendes Vorstandsmitglied), Peter Scholz (Vorstandsmitglied)
Foto/Quelle: Sparkasse Münsterland Ost

Bei einem Kundengeschäftsvolumen von 17 Milliarden Euro (2018: 16,1 Milliarden Euro) lag das Betriebsergebnis vor Bewertung mit 1,01 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme (98,8 Millionen Euro) zwar unter dem Vorjahreswert (1,15 Prozent beziehungsweise 107,8 Millionen Euro), aber erneut über dem Durchschnitt der Sparkassen in Westfalen-Lippe (0,87 Prozent) und der Sparkassen bundesweit (0,76 Prozent).
„Mitten in diesem Ausnahmezustand fällt der Blick in den Rückspiegel schwer, weil die aktuelle Lage alles Bisherige in den Schatten stellt. Das solide Ergebnis aus dem vergangenen Jahr leistet jetzt seinen Beitrag dazu, dass wir unsere Kundinnen und Kunden in diesen schweren Zeiten bestmöglich unterstützen können“, so das Fazit des Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden Markus Schabel mit Blick auf das Geschäftsjahr 2019.


Zinsüberschuss weiter rückläufig
Die Belastungen aus der anhaltenden Niedrigzinsphase zeigten sich laut Sparkasse vor allem in der Haupteinnahmequelle des Instituts, dem Zinsüberschuss. Dieser ging in 2019 um 7,1 Prozent auf 168,2 Millionen Euro zurück (Vorjahreswert: 181,0 Millionen Euro). Durch Kosteneinsparungen und einen um 3,4 Millionen Euro (5,4 Prozent) gestiegenen Provisionsüberschuss konnte dieser Rückgang teilweise abgefedert werden. Insgesamt aber stieg die Cost-Income-Ratio, die das Verhältnis von Aufwand und Ertrag beschreibt, um 2,0 Prozentpunkte: So musste das Kreditinstitut im vergangenen Jahr rechnerisch 58,2 Cent (Vorjahr: 56,2 Cent) aufwenden, um einen Euro zu erwirtschaften. Unter dem Strich erzielte die Sparkasse einen Jahresüberschuss von 17,1 Millionen Euro (Vorjahr: 18,0 Millionen Euro).


Einlagen, Kredite und Wertpapiergeschäft im Plus
Ungeachtet der seit Jahren kaum noch vorhandenen Zinsen blieben die Kunden in Münster und dem Kreis Warendorf im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem den klassischen Sparformen treu – mit steigender Tendenz: In 2019 setzte sich der Trend fort, dass Kunden der Sparkasse immer mehr Geld anvertrauen. Der Bestand an Kundeneinlagen stieg um 3,7 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. Eine Medaille mit zwei Seiten, wie Schnabel betont: „Einerseits freuen wir uns natürlich über das Vertrauen der Kunden in die Sparkasse. Andererseits landete viel Erspartes auf unproduktiven Liquiditäts- oder Girokonten. Die Gelder hier verlieren inflationsbedingt zwangsläufig schleichend an Wert.“ Dagegen legte der Dax im Verlauf des Jahres 2019 rund 25 Prozent zu und die Sparkasse verzeichnete einen Zuwachs im Wertpapiergeschäft von 15,4 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts der Corona-bedingten Kursverluste in 2020 seien die Kunden besonnen geblieben. „Unsere Wertpapier-Sparerinnen und -Sparer wissen: An der Börse braucht man einen längeren Atem, denn hier geht es um die mittel- bis langfristigen Perspektiven. Aktienmarkteinbrüche waren bisher immer ein vorübergehendes Ereignis,“ weiß Schnabel.
Mit Blick auf die Kunden-Kreditbestände verbuchte die Sparkasse ein Wachstum von 3,5 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 7,0 Milliarden Euro). Dabei ist vor allem die Nachfrage nach privaten Wohnungsbaukrediten ungebrochen hoch. Trotz weiterhin hoher Baukosten und eines knappen Angebots für Wohnimmobilien stieg der Bestand an privaten Immobilienkrediten um 4,9 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro.

Spenden und Sponsoring
Insgesamt habe sich die Sparkasse auch in 2019 als stabil erwiesen, fasst Schabel das Geschäftsjahr zusammen. Mit einer Gesamtkapitalquote von 19,1 Prozent (Vorjahr: 19,3 Prozent) liege die Sparkasse oberhalb der Kapitalanforderungen von 12,0 Prozent, was als ein Indikator für den Zustand von Kreditinstituten gilt. „Von dieser Stärke profitierte auch in 2019 die gesamte Region“, ist Schabel überzeugt. So förderte die Sparkasse mit einem Spenden- und Sponsoring-Engagement in Höhe von 2,5 Millionen Euro (Vorjahr: 2,6 Millionen Euro) erneut zahlreiche Vereine und Institutionen. Die Förderungen der fünf Sparkassen-Stiftungen hinzugerechnet, unterstützte das Kreditinstitut mit insgesamt 3,1 Millionen Euro rund 1.000 Projekte.


Gemeinsam durch die Corona-Krise
Für das laufende Geschäftsjahr 2020 haben sich auch für die Sparkasse die Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie grundlegend verändert. „Seit Beginn der Krise setzen wir unsere ganze Kraft dafür ein, unsere Kundinnen und Kunden bestmöglich durch diese schweren Zeiten zu begleiten“, beschreibt der Vorstandsvorsitzende die Situation der vergangenen Wochen. Mehr denn je sei die Sparkasse in der Verantwortung, den Menschen und Unternehmen im Münsterland mit schnellen, wirksamen und unbürokratischen Lösungen zu helfen. „Zu einem funktionierenden Gemeinwesen gehört auch die Kredit- und Bargeldversorgung als Teil unseres öffentlichen Auftrags. Hierauf liegt aktuell unser besonderes Augenmerk.“


Soforthilfen nach Tagesfrist
So unterstützt die Sparkasse kleine und mittelständische Firmenkunden bei der Bereitstellung öffentlicher Fördermittel und stellt eigene Überbrückungskredite zur Verfügung. „Zu Spitzenzeiten haben wir fast 1.000 Gespräche täglich geführt, die teilweise sehr emotional waren, weil es für viele Firmen, aber auch Einzelunternehmer und Freiberufler schlichtweg um die Existenz geht“, berichtet der Sparkassen-Chef. Insgesamt erhielt das Kreditinstitut bis Ende April 167 Anträge für KfW-Förderkredite, die in den meisten Fällen binnen eines Tages beantwortet werden konnten. Damit hat die Sparkasse rund 41 Millionen Euro an öffentlichen Soforthilfen vergeben.


Kreditraten ausgesetzt
Zudem haben seit Mitte März rund 510 Privat- sowie 560 Firmenkunden von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ihre Kreditraten vorübergehend auszusetzen, was insgesamt einem Kreditvolumen von knapp 327 Millionen Euro entspricht. Außerdem wurde der Dispo-Zinssatz für Privatkunden vorübergehend um etwa die Hälfte gesenkt und gemeinsam mit den Volksbanken in Münster und dem Kreis Warendorf eine kostenfreie Geldautomaten-Nutzung vereinbart. So können die Kunden an den insgesamt rund 270 Sparkassen- und Volksbank-Automaten kostenfrei Geld abheben und haben kurze Wege zum Bargeld.


Dank von Kunden
„Bei unseren Beraterinnen und Beratern melden sich immer wieder Kundinnen und Kunden, die sich für unsere schnelle Hilfe in der Not bedanken. Mein Dank gilt daher allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich derzeit schnell in neue Themen einarbeiten und auf diese Weise engagiert an der Bewältigung der Krise mitwirken. Das ist für mich die gelebte Sparkassen-Idee“, so das Resümee von Schabel.
 

Dienstag, 12. Mai 2020
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