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Ausblick: Wirtschaft wächst weiter

Münsterland - Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen bleibt optimistisch: „Der Höhenflug ist vorbei, aber die regionale Wirtschaft wächst auch im neuen Jahr weiter“, ist IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer überzeugt. Trotz zunehmender Konjunkturrisiken und einer spürbar nachlassenden Dynamik vor allem im Außenhandel ist für ihn auch 2019 „ein solides Wachstum realistisch.“ Erste Ergebnisse der derzeit laufenden IHK-Konjunkturumfrage bei Unternehmen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region stützen seine Einschätzung.

Hüffers Zuversicht basiert auf der Binnenkonjunktur. „Die gute Beschäftigungslage und die gute Auslastung der Betriebe bilden ein stabiles Fundament“, so der IHK-Präsident. Vor allem im Maschinen- und Anlagenbau sei die Auftragslage nach wie vor hoch. Nach Prognosen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wächst die Beschäftigung auch im neuen Jahr weiter. Die IHK rechnet auf dieser Grundlage für ihren Bezirk mit einem Zuwachs von bis zu 16.000 sozialversicherungspflichtigen Jobs in 2019. Das prognostizierte Jobwachstum im IHK-Bezirk liegt mit insgesamt 1,8 Prozent leicht über dem NRW-Landesdurchschnitt (1,6 Prozent).

Für das Münsterland werden 12.000 neue Arbeitsplätze erwartet (1,9 Prozent), in der Emscher-Lippe-Region 4.000 (1,5 Prozent). Fast 940.000 sozialversicherte Beschäftigte werden dann im IHK-Bezirk arbeiten. „Seit 2005 haben die Unternehmen rund 200.000 neue Arbeitsplätze geschaffen“, unterstreicht Hüffer die positive Entwicklung.

„Der Fachkräftemangel wird sich in vielen Bereichen damit weiter verschärfen“, ergänzt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel angesichts der Prognosen. Da die mittelständisch geprägte Wirtschaft vor allem Absolventen der betrieblichen Aus- und Weiterbildung suchen, wertet Jaeckel das kräftige Plus an Auszubildenden in 2018 als „wichtigen Beitrag der Unternehmen zur Fachkräftesicherung“. Das Wachstum liegt auch hier mit fast drei Prozent deutlich über dem NRW-Landesdurchschnitt von 1,6 Prozent.

Deutlich gestiegen ist auch die Zahl von Auszubildenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Sie liegt jetzt im IHK-Bezirk Nord Westfalen bei 1.622 und damit über 350 höher als im Vorjahr. Mehr als verdoppelt hat sich dabei die Zahl der syrischen Auszubildenden – von 80 auf 175.

„Ein bemerkenswertes Zeichen“ ist für den Hauptgeschäftsführer zudem der Zuwachs der industriell-technischen Auszubildenden um fast neun Prozent (Münsterland 7,7 Prozent, Emscher-Lippe-Region 10,9 Prozent). „Die Industrie investiert weiter in die Zukunft unserer Region und bleibt ein zentraler Motor der wirtschaftlichen Entwicklung“, freut sich Jaeckel.

Umso mehr sorgt der IHK-Hauptgeschäftsführer sich um die zunehmenden Risiken im internationalen Geschäft. „Vor allem ein harter Brexit würde den industriellen Kern der Region hart treffen“, sagt Jaeckel. Neben dem Fachkräftemangel gehöre der Brexit zu den größten Risiken für die Konjunktur. Rund 500 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk Nord Westfalen betreiben Geschäfte mit Großbritannien. Auch die Zollstreitigkeiten zwischen den USA und China sorgen für Verunsicherung. Die Industriebetriebe seien auf verlässliche Regeln auf europäischen und internationalen Märkten angewiesen. „Der Auslandsumsatz der Industrieunternehmen ist von existenzieller Bedeutung für unseren Wohlstand“, erläutert der IHK-Hauptgeschäftsführer. Etwa 43 Prozent ihres Umsatzes erzielt die nord-westfälische Industrie jenseits der deutschen Grenze. „Mindestens jeder fünfte Arbeitsplatz hängt vom Export ab“, verdeutlicht Jaeckel.

Aufgrund des zunehmenden Drucks im internationalen Wettbewerb ist es aus Sicht der IHK wichtig, den Unternehmen an ihren Standorten in der Region optimale Bedingungen zu schaffen. „Da sind wir 2018 spürbar vorangekommen“, verweist Jaeckel zum Beispiel auf den Spatenstich für das letzte Teilstück der B 67 n: „Der endgültige Lückenschluss mit Anschluss an die A 43 ist ein großer Gewinn für die Standortqualität. Dafür haben die Unternehmen im Westmünsterland zusammen mit der IHK lange gekämpft.“

Überhaupt ist 2018 aus Sicht der regionalen Wirtschaft „insgesamt noch einmal besser gelaufen als zwischenzeitlich gedacht“, resümiert IHK-Präsident Hüffer mit Hinweis auf die Schwierigkeiten im Außenhandel. Im dritten Quartal hatte die Wirtschaft zwar einen deutlichen Dämpfer bekommen. Doch letztendlich, so schätzt die IHK, ist die Wirtschaft im ablaufenden Jahr um etwa anderthalb Prozent gewachsen. „Und 2019 wird aller Voraussicht nach das zehnte Wachstumsjahr in Folge“, betont Hüffer „eine bemerkenswert lange Aufschwungphase“.

Montag, 31. Dezember 2018
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