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„Bilderbuchzahlen“ für den Kreis Coesfeld

Coesfeld – Auf „Bilderbuchzahlen“ konnte Dr. Christian Schulze Pellengahr, Landrat des Kreises Coesfeld und zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld, jetzt bei der Jahrespressekonferenz im Kreishaus in Coesfeld blicken. Er stellte dort gemeinsam mit dem wfc-Team die wirtschaftliche Entwicklung des Kreises und seiner Wirtschaftsförderung im vergangenen Jahr vor.

Das Team der wfc blickt auf 2016 zurück (von links): Anna Eckart, Thomas Brühmann, Dr. Christian Schulze Pellengahr, Christian Holterhues, Dr. Jürgen Grüner und Jochen Wilms.
Foto: Wittenberg

„Auch 2016 hat sich der Aufwärtstrend des Arbeitsmarktes fortgesetzt. Wir verzeichnen einen Rekordwert von 65.300 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis“, erklärte Schulze Pellengahr. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote belief sich auf drei Prozent – der niedrigste Wert in Nordrhein-Westfalen. „Diese Zahlen spiegeln die wirtschaftliche Leistung der Unternehmen wider. Sie weisen aber auch darauf hin, dass andere Akteure wie Kommunen und Wirtschaftsförderer ebenfalls gute Arbeit leisten“, betonte der Landrat, der gleichzeitig auf zwei große Herausforderungen für die kommenden Monate verwies. „Zum einen beschert uns die demografische Entwicklung weniger Fachkräfte und Absolventen aus den Schulen. Dass das zu einem zunehmenden Problem wird, bestätigen uns die Unternehmen bei unseren Betriebsbesuchen immer wieder. Zum anderen stellt uns die Digitalisierung vor eine große Herausforderung. Gleichzeitig bietet die Digitalisierung auch eine Chance, die Unternehmen für die Optimierung ihrer Produktionsprozesse nutzen sollten. Voraussetzung dafür ist eine gute Breitbandinfrastruktur, an der wir im Kreis Coesfeld schon seit einiger Zeit intensiv arbeiten“, verdeutlichte Schulze Pellengahr. So verfügen aktuell 85 Prozent der Haushalte im Kreis mithilfe verschiedener Technologien über einen Anschluss mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde. 40 Prozent der Haushalte haben einen Glasfaseranschluss bis ins Haus. „Das ist eine beeindruckende Zahl gegenüber den durchschnittlichen acht Prozent in Deutschland“, betonte Schulze Pellengahr.

Damit die Digitalisierung bei den Unternehmern noch präsenter wird, hat die wfc in Kooperation mit der Fachhochschule Münster und der Kreishandwerkerschaft Coesfeld das Netzwerk „3D-Druck für den Mittelstand“ ins Leben gerufen. „Der 3D-Druck wird die Wertschöpfungskette verändern. Daher gilt es, sich damit frühzeitig zu beschäftigen“, machte wfc-Geschäftsführer Dr. Jürgen Grüner klar. Im Rahmen der Netzwerkarbeit berät die wfc und organisiert Workshops, um potenzielle Kooperationspartner aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammenzubringen. Die Wirtschaftsförderer haben das Netzwerk in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Coesfeld – Institut für Geschäftsprozessmanagement sowie der Fachhochschule Münster dem Bundesministerium für Bildung und Forschung vorgestellt und eine Förderung im Rahmen des Programms „Innovationsforen Mittelstand“ beantragt. Mit Erfolg: Das Projekt ist aus einem Bewerberfeld von 49 ausgewählt worden. „Fördergelder werden fließen“, kündigte Grüner an, der sich aber auch darüber hinaus zufrieden mit der Arbeit der wfc zeigte.

Insgesamt haben die Wirtschaftsförderer im Arbeitsfeld Technologie und Innovationsförderung mit Veranstaltungen rund 600 Teilnehmer erreicht und 107 Innovationsberatungen geführt. Darüber hinaus engagiert sich das Team im sogenannten „Digital Hub“, das Unternehmen zur Digitalisierung berät. „Mit unserer Aktivität im Projekt ‚Enabling Innovation‘ fördern wir dieses Thema ebenfalls. Ziel des Projekts ist es, die Innovationsfelder, in denen die Region am meisten Entwicklungspotenzial hat, zu ermitteln und wissenschaftliches Know-how aus den Hochschulen mit den Unternehmen zu verbinden“, beschrieb Grüner.

Mit der Gründerschmiede im Inca in Ascheberg hat die wfc ein weiteres Angebot an den Start gebracht, das die Innovationskraft in der Region stärken soll. Die Wirtschaftsförderer unterstützen, gemeinsam mit externen Experten, einen Kreis von Gründungsinteressierten – von der frühen Phase der Ideenfindung bis zum Businessplan. Die Gründerschmiede ist Teil des Projekts Gründergeist@Münsterland, das mit dem Münsterland e.V. initiiert worden ist. „Wir wollen die Selbstständigkeit als Alternative zu einem Angestelltenverhältnis unterstützen. Die erste Gründerschmiede-Runde mit sechs Teilnehmern ist erfolgreich beendet worden. Ein Teilnehmer hat sich selbstständig gemacht und drei Teilnehmer tüfteln weiter an ihrer Start-up-Idee“, informierte Grüner. Eine zweite Gründerschmiede-Runde mit sechs Teilnehmer soll in Kürze starten.

In der Summe sei das Gründungsgeschehen infolge der guten Arbeitsmarktentwicklung nunmehr auch im Kreis Coesfeld 2016 rückläufig: 2016 gab es 1,6 Prozent weniger Existenzgründungen (im Bundesdurchschnitt minus 2,7 Prozent). „Dennoch hat der Kreis ein gründerfreundliches Klima, wie die Qualität der vollzogenen Gründungen zeigt. Es wird weniger aus einer Notsituation gegründet, sondern vielmehr mit dem Ziel, sich neu zu orientieren. Das trifft häufig auf Arbeitnehmer Mitte 40 zu, die nochmal etwas Neues anfangen möchten“, betonte wfc-Prokurist und Gründungsexperte Thomas Brühmann. Die wfc unterstützt Gründer mit ihrem zertifizierten Startercenter NRW. Die Zahl der Intensivberatungen in diesem Bereich lag mit 192 auf gleichem Niveau wie im Vorjahr.

Ein weiteres Thema, mit dem sich die Wirtschaftsförderer im vergangenen Jahr intensiv beschäftigt haben, ist die Fachkräftesicherung. „Bis 2040 geht die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter um 20 Prozent zurück. Das heißt, dass jeder fünfte Arbeitsplatz künftig nicht mehr besetzt werden kann. Das hat enorme Konsequenzen für die Unternehmen“, verdeutlichte Grüner. Das wfc-Team hat daher zwei neue Veranstaltungsformate ins Leben gerufen. Mit dem „Dialog Fachkräftesicherung“ will die Wirtschaftsförderung den Austausch zwischen Unternehmern, Personalverantwortlichen und externen Experten fördern. Realisiert wird die Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken und der Agentur für Arbeit. Auf den Austausch zielt auch der „Arbeitskreis Leitbildentwicklung“ ab. Das Angebot hat die wfc in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Competentia Münsterland entwickelt. Vorerst abgeschlossen ist die Initiative „einfach machen“ – eine Kooperation von Münsterland e.V., der Wirtschaftsförderungen für die Kreise Coesfeld und Borken sowie der Regionale 2016. 30 Beispiele und Ideen für gute Personalarbeit wurden im Rahmen des Projektes in einer Broschüre vorgestellt. „Die Fachkräftesicherung wird uns auch im laufenden Jahr beschäftigen. Daher haben wir vor Kurzem das Projekt ‚Stay local‘ ins Leben gerufen, mit dem wir frühzeitig auf Schulabsolventen zugehen wollen und sie mit den hiesigen Unternehmen zusammenbringen, um sie als Arbeitskräfte in der Region zu halten“, so der wfc-Chef.

Im Bereich der Förderung hat die wfc mit Blick auf die Anzahl der Beratungsfälle das Vorjahresniveau gehalten. Den 173 Fällen 2016 stehen 175 im Jahr 2015 gegenüber. Darüber hinaus hat haben die Wirtschaftsförderer ein Förderprojekt zum zweiten Mal gemeinsam mit dem Kreis Coesfeld organisiert: Ökoprofit. Das Projekt nutzten Unternehmen, um ihr betriebliches Umweltmanagement zu verbessern, sich dazu beraten zu lassen und sich untereinander auszutauschen. „Dabei sind es häufig schon die keinen Dinge, die helfen Energie zu sparen. Ein Unternehmen tauschte zum Beispiel die Kaffeemaschinen, die in jedem Büro standen, gegen drei Kaffeevollautomaten aus und sparte somit erheblich Energiekosten ein“, erläuterte Grüner. Im Herbst startet die dritte Runde von Ökoprofit im Kreis Coesfeld.

Von Anja Wittenberg Dienstag, 11. Juli 2017
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