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Ausbildungsengagement weiterhin hoch

Münster – Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen starteten 2015 9.751 junge Menschen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region ihre Ausbildung in Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung. Das sind 13 Verträge oder 0,1 Prozent weniger als 2014. „Wir freuen uns, dass die Ausbildungszahlen auf einem konstant hohen Niveau bleiben, obwohl immer weniger Bewerbungen vorliegen“, betont der Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Bildung, Carsten Taudt. Die Bewerberzahlen gingen im vergangenen Jahr um drei Prozent zurück.

Der Ausbildungsmarkt entwickelt sich aus IHK-Sicht insgesamt gut, ist aber durch regionale Unterschiede gekennzeichnet. Während das Münsterland ein Plus von 0,4 Prozent aufweist, liegt die Zahl der neuen Ausbildungsverträge in der Emscher-Lippe-Region unter dem hohen Vorjahresniveau (minus 1,3 Prozent).

„Durch die intensivere Berufsorientierung und ein verbessertes Ausbildungsmarketing der Betriebe gelingt es immer besser, Ausbildungsbetriebe und Jugendliche zusammenzubringen", erklärt Taudt. Für den Bildungsexperten bildet deshalb das Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA)" einen Arbeitsschwerpunkt. Teil des Programms sind Berufsfelderkundungen. Das sind eintägige Praktika für Schüler der achten Klasse. Dabei lernen Jugendliche berufliche Tätigkeiten und Arbeitsabläufe kennen und verrichten kleine praktische Aufgaben.

Die IHK will im neuen Jahr noch mehr Unternehmen für Berufsfelderkundungen gewinnen. „Ich bin mir sicher, dass sich die Unternehmen auch 2016 mindestens so stark engagieren wie im Vorjahr", wirbt Taudt. Er wies außerdem auf die IHK-Schulpartnerschaften hin, um die Schüler frühzeitig auf die Ausbildungsmöglichkeiten im Betrieb aufmerksam zu machen und sie auf eine Ausbildung vorbereiten.

Auch die Integration von Flüchtlingen kann Unternehmen helfen, ihren Fachkräftebedarf mittelfristig zu decken. „Diese vielen jungen Menschen muss man mit unserem System der betrieblichen Ausbildung bekannt machen. Nicht alle jungen Flüchtlinge kommen für eine Ausbildung in Frage und natürlich ist das Beherrschen der deutschen Sprache eine sehr wichtige Voraussetzung. Grundsätzlich aber gilt, dass die Unternehmen das Potenzial vieler Flüchtlinge nutzen und diese Menschen über Ausbildung und Beschäftigung in die Gesellschaft integrieren sollten“, erklärt Taudt.

Im Münsterland stieg die Zahl der Neueintragungen um 0,4 Prozent von 6.733 auf 6.760. Dabei gibt es regional deutliche Unterschiede. Während im Kreis Warendorf (minus 9,0 Prozent) ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen ist, ließen die Betriebe in den Kreisen Borken (plus 1,8 Prozent), Coesfeld (plus 0,8 Prozent), Steinfurt (plus 3,8 Prozent) und in der Stadt Münster (plus 1,5 Prozent) mehr Ausbildungsverträge bei der IHK eintragen als im Vorjahr.

In der Emscher-Lippe-Region sank die Zahl der Ausbildungsverträge um 1,3 Prozent von 3.031 auf 2.991. In Gelsenkirchen sind zum Ende des Jahres vier Verträge weniger eingetragen worden (insgesamt 830), in Bottrop 79 (insgesamt 345) und im Kreis Recklinghausen 43 (insgesamt 1.816). In Bottrop belastet das Auslaufen des Bergbaus den Ausbildungsmarkt.

Montag, 11. Januar 2016
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