July 22, 2019

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Agravis: zufriedenstellende Zahlen und Kartellermittlungen

Münster – In einem schwierigen Umfeld hat die Agravis Raiffeisen AG im vergangenen Jahr ein „zufriedenstellendes Ergebnis erzielt.“ Das erklärte Vorstands-Chef Dr. Clemens Große Frie heute in Münster. Bei der Bilanzpressekonferenz des Konzerns ging es allerdings nicht nur um das Zahlenwerk, denn im Januar geriet die Agravis abermals ins Visier der Kartellhüter.

Präsentierten die Ergebnisse für 2015 (von links): Bernd Homann (Leiter Unternehmenskommunikation), Dr. Clemens Große Frie (Vorstandsvorsitzender) und Johannes Schulte-Althoff (Finanzvorstand)
Terhörst

Nachdem schon seit März 2014 eine Untersuchung gegen die Agravis und andere Branchenteilnehmer wegen des Verdachts verbotener Preisabsprachen im Großhandel mit Pflanzenschutzmitteln läuft, ermittelt das Kartellamt nun in einem zweiten Fall gegen die Landtechnik-Sparte des Unternehmens. Der Verdacht: Preisabsprachen und wettbewerbswidrige Löhne in den Werkstätten. „Wie schon beim ersten Verfahren kann ich nur betonten, dass wir ein gutes Gewissen haben. Ich kenne zwar nicht jede E-Mail, die von meinen mehr als 6.000 Mitarbeitern geschrieben wird, dennoch ist es für mich schwer vorstellbar, dass so etwas bei uns passiert sein soll“, betonte Große Frie, der eine umfassende Zusammenarbeit mit den Kartellamt ankündigte. Ein sogenannter „Marker“, mit dem das Unternehmen diese Zusammenarbeit offiziell dokumentiert und der im Straffall unter Umständen zu einer Straferleichterung führen kann, sei beim Kartellamt gesetzt worden.

Auf die geschäftlichen Entwicklungen im vergangenen Jahr hatten die Ermittlungen keine Auswirkungen. Trotz schwacher Getreide-, Energie-, Fleisch- und Milchpreise und eines verringerten Umsatzes von 6,94 Milliarden Euro (2014: 7,4 Milliarden Euro) hat der Agrarhandels-Konzern mit Hauptsitz in Münster einen Ergebniszuwachs von zehn Prozent auf 45,1 Millionen Euro erzielt. Aufgrund dieser Entwicklung und durch den Verkauf von Genussrechten in Höhe von 36 Millionen Euro war die Agravis in der Lage, ihr Eigenkapital von 461 auf 515 Millionen Euro aufzustocken. „Mit einer Eigenkapitalquote von 27,2 Prozent der Bilanzsumme sind wir für ein Handelsunternehmen damit schon jetzt sehr gut aufgestellt. Gerade in den Gesprächen mit unseren Banken ist das hilfreich“, erklärte Große Frie, der einen weiteren Ausbau des Eigenkapitals auf 30 Prozent ankündigte.

Dr. Clemens Große Frie zog Bilanz für das Jahr 2015 und er bezog Stellung zu den Kartellermittlungen gegen sein Unternehmen.
Foto: Terhörst

Als wichtigen Faktor für die Weiterentwicklung des Konzerns nannte der Vorstandschef die Strategie, Umsätze über eigene Tochtergesellschaften oder internationale Beteiligungen zu generieren. Allein die fünf Joint Ventures, die das Unternehmen mit den dänischen Partnern Danish Agro und Vestjyllands Andel hat, erzielen einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro. Und: „Die Rendite liegt durchschnittlich bei 1,6 Prozent. Im Vergleich: Bei der Agravis liegt die Rendite bei 0,65 Prozent des Umsatzes. Das zeigt, wie sinnvoll diese internationalen Geschäfte für uns sind – selbst wenn es sich um Minderheitsbeteiligungen handelt“, verdeutlichte Große Frie.

Jüngstes Projekt in diesem Kontext ist die Ceravis AG, die im Juni 2015 an den Start gegangen ist. Gemeinsam mit den dänischen Partnern hatte die Agravis dafür die Agrarsparte der Getreide AG übernommen. Mit dem Ziel, das neue Unternehmen möglichst schnell auszubauen, haben die Münsteraner zum 1. Januar 2016 die bisherigen Tochtergesellschaften in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern (die Fugema Futtermittel- und Getreidehandelsgesellschaft in Malchin, die Raiffeisen Mölln und das Raiffeisen-Zentrum-Idstedt) an die Ceravis AG abgegeben.

„Aber auch darüber hinaus haben wir uns durch Kooperationen und Hinzukäufe weiterentwickelt: In der Summe haben wir uns so allein im vergangenen Jahr 469 Millionen Euro hinzugekauft“, so Große Frie, der für die kommenden Jahre unter dem Stichwort 8/80 ein klares Wachstumszielt verfolgt: „Bis 2018 wollen wir bei einem Umsatz von acht Milliarden Euro einen Ertrag von 80 Millionen Euro erzielen. Das Potenzial dazu haben wir jedenfalls“, zeigte sich der Vorstandsvorsitzende überzeugt.

 

Von Michael Terhörst Donnerstag, 10. März 2016
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