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Lingen: Arbeitsplätze für spanische Fachkräfte gesucht

Lingen – Die Stadt Lingen ist derzeit auf der Suche nach Unternehmen, die freie Stellen für Fachkräfte aus Spanien stellen. Hintergrund des Aufrufs ist ein Projekt mit Lingens spanischer Partnerstadt Salt, in der derzeit eine hohe Jugendarbeitslosigkeit von bis zu 50 Prozent herrscht. Die jungen Fachkräfte, in ihrer Heimat in Spanien keine Arbeit finden, sollen nun einen Arbeitsplatz in Lingen bekommen.

Wollen Lingener Unternehmen dazu animieren, spanische Fachkräfte einzustellen (von links): Petra Bayer (Betreuerin Städtepartnerschaften), Manel Vidal und Carsten Schüer (Wirtschaftsförderung Lingen)
Foto: Stadt Lingen
„Wir rufen alle Lingener Unternehmen auf, die auf der Suche nach gut ausgebildeten Arbeitnehmern sind und sich dabei auch vorstellen können, Fachkräfte aus Spanien einzustellen, sich bei uns zu melden“, wandte sich jetzt Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone an die heimische Wirtschaft. Ziel sei es, die jungen Menschen dorthin zu bringen, wo es Arbeit gibt. Sprich: „Wir wollen junge Fachkräfte aus Salt, die über eine abgeschlossene Berufsausbildung und Praxiserfahrung verfügen, an Unternehmen in Lingen vermitteln“, erklärte Krone.

Um das Projekt mit Leben zu füllen, gilt es nun, passende Unternehmen in Lingen zu finden, die Stellen mit spanischen Fachkräften besetzen würden. „In enger Kooperation mit der Stadtverwaltung in Salt sollen für diese angebotenen vakanten Stellen dann geeignete Bewerber ermittelt werden“, schildert Helmut Höke, Fachbereichsleiter Wirtschaftsförderung, das weitere Vorgehen.

Damit die jungen Fachkräfte aus Spanien Deutsch lernen können, will die Stadt Lingen spezielle Sprachkurse für die Bewerber aus Spanien koordinieren. Für die Kosten der Sprachkurse sowie für die Reisekosten der spanischen Fachkräfte bestehe zudem in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur Nordhorn die Möglichkeit, EU-Fördermittel zu beantragen. „Grundvoraussetzung für eine gelungene Integration ist und bleibt natürlich die Überwindung der Sprachbarriere“, betonte Krone.

Dass die Integration junger Spanier in den deutschen Arbeitsmarkt gelingen kann, zeigt aktuell das Beispiel von Manel Vidal: Da er in Salt keine berufliche Perspektive mehr sah, kam der 25-jährige Spanier 2011 über Kontakte seiner Eltern nach Lingen. Nachdem er sich bei mehreren Unternehmen beworben hatte und auch einige Aushilfsjobs besetzt hatte, begann er im August 2012 eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Firma Liesen. „Ich fühle mich hier sehr wohl und sehr gut aufgenommen“, erklärte Manel. Auch Frank Ahaus, Leiter des technischen Einkaufs bei Liesen, bestätigte: „Wir haben bislang nur gute Erfahrungen gemacht. Trotz anfänglicher Sprachprobleme ist es Manel Vidal sehr schnell gelungen, sich in unseren Betrieb zu integrieren und auch komplexe Sachverhalte seiner Ausbildung in deutscher Sprache zu verstehen.“

Interessierte Betriebe können ihre Stellenangebote beim Fachdienst Wirtschaftsförderung einreichen, Ansprechpartner ist Carsten Schüer (Tel. 0591 9144-802, E-Mail c.schueer@lingen.de).

Dienstag, 22. Januar 2013
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