
Vor dem Hintergrund der chaotischen Zustände in dem Euro-Krisenstaat Griechenland gaben die europäischen Aktienindizes deutlich nach. Das deutsche Börsenbarometer DAX rutschte zum Wochenschluss erneut unter die psychologisch wichtige Marke von 6.000 Punkten. Stützend wirkte die Tatsache, dass die EZB unter dem neuen Präsidenten Draghi am Donnerstag die Senkung der Leitzinsen verkündete. Hingegen stoßen die überwiegend guten Quartalsergebnisse der DAX-Konzerne zur Zeit auf wenig Resonanz – immerhin weisen die bisher veröffentlichten Quartalsbilanzen, knapp die Hälfte der DAX-Unternehmen haben diese bislang präsentiert, einen durchschnittlichen Gewinnanstieg von rund 30 Prozent vs. Vorquartal aus.
Auch jenseits des Atlantiks war die Situation an der Aktienbörse von der Nervosität unter den Anlegern geprägt – der Volatilitätsindex VIX zog in den vergangenen Tagen massiv an. Im Zentrum des Geschehens stand unter anderem die Pleite des New Yorker Brokers MF Global. Dieser hatte sich mit Investitionen in europäische Risiko-Anleihen verspekuliert. Positiv wurde die Rede von FED-Chef Bernanke aufgenommen. Dieser verwies auf die vorhandenen positiven Konjunktursignale und deutete gleichzeitig die Bereitschaft der FED an, dem Markt, sofern notwendig, weitere Liquidität zur Verfügung zu stellen.
Am Kabutocho setzten die Anleger vor dem Hintergrund der vorhandenen positiven Konjunktursignale aus den USA verstärkt auf zyklische Werte. So konnten Industriewerte wie beispielsweise Komatsu und Fanuc kräftige Gewinne verbuchen. Abschläge müsste hingegen Sony hinnehmen: Das Unternehmen leidet unter anderem unter dem starken Yen.
Helmut Terhörst ist Direktor der Bereiche „Vermögensmanagement“ und „Kommunen & Institutionen“ der Sparkasse Westmünsterland. Er ist Fachmann in Fragen der Vermögensanlage – von der Finanzplanung, dem Anlagemanagement in Wertpapieren und in- und ausländischen Beteiligungsmodellen bis hin zu steueroptimierten Anlagen und Generationenmanagement im Private Banking.
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