
Hintergrund ist die Tatsache, dass zahlreiche Pflegearbeiten heute von Angehörigen erledigt werden. 23 Prozent der Pflegenden sind abseits der Pflegeaufgaben voll erwerbstätig. Auf der anderen Seite steigt die Zahl der Pflegebedürftigen weiter an. Prognosen sprechen sogar von einem Anstieg um bis zu 40 Prozent bis zum Jahr 2030.
Künftig werden daher immer mehr Menschen ihre Arbeit und Pflege miteinander verbinden müssen. Die Projektverantwortlichen sind sich daher sicher, dass Unternehmen, die pflegende Angehörige gezielt entlasten im Vorteil sind. Helfen können dabei flexible Arbeitszeitmodelle. Sie lindern beispielsweise die Zeitnot, die sich oft im Alltag zwischen Erwerbsarbeit und Pflege einstellt. Der Arbeitgeber profitiert im Gegenzug von der Reduzierung von Fehlzeiten sowie dem Erhalt von Leistungsfähigkeit und Motivation Ihrer Mitarbeiter.
Dieser Meinung war auch Professor Klaus Gellenbeck, Geschäftsführer des Ahlener INFA-ISFM e.V., der in seinem Vortrag die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in den Fokus rückte. Das Pfau-Projekt fand dabei sein ausdrückliches Lob: Das Projekt schaffe ein neuartiges Angebot zur Information, Beratung und Vermittlung für Erwerbstätige mit pflegebedürftigen Angehörigen, so sein Fazit.
In der Praxis steht dabei die Entwicklung und Erprobung eines „Pflegeinstrumentariums", das sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer zufriedenstellt, im Vordergrund. Zudem soll das so genannte Netzwerks „Arbeit und Pflege“ aufgebaut werden. Zu dem Netwerk gehören Beratungsstellen, Einrichtungen und Dienstleister aus dem Kreis Coesfeld.
Zusammen soll so ein Handlungsleitfaden zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf im Betrieb entstehen. Infoveranstaltungen und Seminare sollen pflegenden Angehörigen ebenso helfen wie persönliche Ansprechpartner in den Unternehmen, die so genanten Pflegelotsen. In der ersten Projektphase soll es zunächst eine Unternehmensbefragung geben, die einen Überblick über die benötigten Hilfen geben soll.
Das Pfau-Projekt hat sich in der ersten Runde des Ziel2-Wettbewerbs familie@unternehmen.NRW, in dem die besten Ideen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesucht wurden, durchgesetzt. Daher bekommt das Projekt Mittel des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Fonds. Aber auch der Kreis Coesfeld, die Sparkasse Westmünsterland und die Stadt Dülmen unterstützen das Projekt.
Weitere Infos
wfc
Dr. Kirsten Tacke-Klaus,
Telefon: 02594 - 7 82 40 30
E-Mail: kirsten.tacke-klaus@wfc-kreis-coesfeld.de.