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Emlichheim: Vorbildprojekt entsteht

Emlichheim - Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen, Nutzung erneuerbarer Energiequellen, in Emlichheim schlägt das Unternehmen BEKW Bioenergiekraftwerk Emsland deutschlandweit einen einmaligen Weg ein und wird in Zukunft den Energieträger Stroh in einem Heizkraftwerk zur Produktion von Strom und Wärme nutzen. Schon seit 20 Jahren machen die Dänen vor, wie es funktioniert. Nun könnte auch in Emlichheim ein wichtiges Zeichen in der Nutzung neuer Energien entstehen.

& Co.KG stolz. In dem Unternehmen sitzen die Planungsköpfe, die in Zusammenarbeit mit der dänischen Burmeister & Wain Energy A/S  das Strohheizkraftwerk in die Realität umsetzen wollen. Betrieben und finanziert wird das Projekt von der BEKW Bioenergiekraftwerk Emsland GmbH & Co.KG. Eine stolze Summe von geplanten 50 bis 55 Millionen Euro sollen an der Neuerostraße in der Gemeinde Emlichheim verbaut werden. Dabei entstehen eine Strohlagerhalle von 3.000 Quadratmetern und das Kesselhaus mit einer Größe von 1.000 Quadratmetern. Und damit das Projekt kein kleines Strohfeuer ist, hat sich die Planungsgesellschaft intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Auch der Bauantrag ist bereits genehmigt.

Die Energie, die im Strohheizkraftwerk durch die Verbrennung von Stroh entsteht, fließt zum einen als elektrischer Strom ins öffentliche Netz. Der Prozessdampf, der  darüber hinaus anfällt, soll außerdem bei der Kartoffelstärkeerzeugung der Emsland-Group am Standort Emlichheim zum Einsatz kommen. Ein weiterer Teil wird als Heizwärme ein Nahwärmenetz speisen, mit den örtlichen Schulen, eine Sporthalle sowie das Bürger- und Seniorenzentrums des evangelischen Krankenhausvereins versorgt werden sollen. „Natürlich können auch private Hausbesitzer die Nahwärme nutzen, allerdings muss eine gute Erreichbarkeit der Gebäude mit den unterirdischen Wärmerohren gewährleistet sein“, erklärt Knieper.

In Deutschland fallen jährlich bis zu 40 Millionen Tonnen Stroh an – rund 75.000 Tonnen Stroh wird das neue Heizkraftwerk benötigen. Die Versorgung ist durch den Abschluss langfristiger Lieferverträge weitgehend abgesichert. Insgesamt sollen dabei rund 270.000 Tonnen Stroh aus der Region stammen. „Dafür haben wir uns die Menge an Getreideanbau im Emsland angeschaut und der ist mehr als ausreichend“, so Knieper.

Für die Landwirte bedeutet die Strohlieferung kaum Mehraufwand, da Stroh als Reststoff beziehungsweise Nebenprodukt des Getreideanbaus anfällt und keine zusätzliche Fläche verbraucht. Ein Teil des Strohs wird zur Humusreproduktion beziehungsweise als Düngemittel genutzt – etwa 25 Prozent des Strohs stünden zur energetischen Nutzung zur Verfügung – ohne Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung. „Für die Landwirte entsteht somit ein neuer Absatzmarkt für einen bislang kaum genutzten Rohstoff“, erklärt Knieper. Zusätzlich leisten die Landwirte so einen Beitrag zum Klimaschutz, denn bei der Verbrennung ist Stroh CO2-neutral. Es gibt ausschließlich das Kohlendioxid an die Atmosphäre zurück, das die Pflanze beim Wachstum aufgenommen hat.  Somit könnten alleine im Kraftwerk Emlichheim mehr als 90 Millionen Kilogramm Kohlendioxid eingespart werden.

Warum sich die Nutzung des Energieträgers Stroh bisher noch nicht etabliert hat, macht Knieper an drei Argumente fest: „Der Rohstoff selber erfordert eine Bindung zur Landwirtschaft. Das birgt Unsicherheiten, denn nicht jede Region ist eine Strohhochburg. Einen Markt für Stroh gibt es bislang kaum.“ Desweiten gebe es bei den Emissionsgrenzwerten in Deutschland und Dänemark große Unterschiede – in Dänemark sind sie nicht ganz so streng. Deshalb habe für das Strohheizkraftwerk die Rauchgasreinigungstechnik vollständig neu konzipiert werden müssen. „Wir liegen sogar nun weit unter der Grenze“, erklärt Knieper. Und bisher sei Stroh im Gesetz für erneuerbare Energien nicht berücksichtigt worden. „Wir haben einen langen politischen Weg hinter uns und konnten 2008 die Aufnahme von Stroh in einem neuen Gesetz erwirken“, freut sich Knieper – und auch da schwingt wieder ein bisschen Stolz mit. In jedem Fall nehme Emlichheim im nächsten Jahr für die Nutzung alternativer Energien in Deutschland eine Vorreiterrolle ein.

Von Meike Kluska Mittwoch, 13. Januar 2010
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