May 28, 2020

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„Die Gier einzudämmen, geht nicht ohne Begrenzungen”

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert internationale Spielregeln und deren Einhaltung

Greven - International einheitliche Spielregeln für Unternehmen und die Märkte, das forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Greven beim Besuch des Logistikdienstleisters Fiege. „Im Grunde ist es eine Lektion der Krise, dass wir überall Regeln brauchen. Dafür werde ich mich international auch einsetzen”, sagte die Kanzlerin vor zahlreichen Fiege-Mitarbeitern sowie Gästen aus Politik und Wirtschaft.

Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte, wie wichtig internationale Spielregeln für Märkte und Unternehmen seien.
Foto: Terhörst

Ohne Begrenzungen, die die unendliche Gier einzelner Menschen eindämmen würden, ginge es nicht, sagte sie. „Wir haben jetzt erlebt, dass wenige auf der Welt für viele, viele Menschen die Situation verschlechtert haben - und einige dieser wenigen längst über alle Berge sind und sich für nichts mehr zu verantworten brauchen. Das kann nicht sein, das darf nicht sein”, wetterte Merkel, die sich in der Pflicht sieht, dafür zu sorgen, dass eine solche Krise sich nicht wiederholen kann. Das gehe nur mit klaren und internationalen Regeln. „Wenn die Bundesregierung sich hinsetzt und etwas beschließt, dann ist das schön, aber dann hält sich weder England noch Amerika daran”, so Merkel. Die Konsequenz - und das sei die Aufgabe der Politik heute - sei es mit der internationalen Gemeinschaft zusammen nicht nur Regeln festzulegen, sondern auch darauf zu pochen, dass sich jeder daran halte. Dass das in der Vergangenheit nicht immer so gewesen sei, ärgerte die Kanzlerin. „Ich nenne einmal das Stichwort Basel II. Dabei geht es um Regeln für die Kreditvergabe. Wer kriegt wann unter welchen Bedingungen Kredite. Wir hatten das international gemeinsam verhandelt und dann haben sich die Amerikaner, als es eingeführt werden musste, einfach nicht daran gehalten”, beklagte Merkel.

Damit so etwas künftig nicht mehr passiert, setzt Merkel auf ein starkes Europa . „Wenn wir in Europa, mit immerhin 500 Millionen Menschen, einer Meinung sind, dann haben wir schon mal die Möglichkeit, eine starke Stimme zu erheben und zu sagen: ,Leute, passt auf, wir haben nicht umsonst Regeln für unsere soziale Marktwirtschaft' - und die müssen jetzt auch weltweit gelten”, forderte die Kanzlerin. Dieses Ziel wolle sie noch vor der Bundestagswahl auf dem Gipfel in Amerika verfolgen. „Dann müssen wirklich solche Spielregeln vereinbart werden”, sagte sie.

In Begleitung ihrer Sicherheitskräfte kam Angela Merkel auf das Fiege-Gelände.
Foto: Terhörst

Diese Spielregeln, die Ludwig Erhard im Nachkriegsdeutschland durchgesetzt habe, seien es im Übrigen auch gewesen, die die heutige Stärke des deutschen Mittelstandes erst möglich gemacht hätten. „Schon Ludwig Erhard hat gesagt: ,Wenn wir ein starkes Rückgrat haben wollen, dann brauchen wir mittelständische und kleine Unternehmen. Die sind flexibler, können schneller handeln, schneller agieren'”, zitierte Merkel, die betonte, dass auf ihrer Reise durch den deutschen Mittelstand Fiege unbedingt dabei sein musste.

Aus ihrer Sicht werde die Logistikbranche nämlich vielfach in ihrer Bedeutung unterschätzt. Denn zu wenige Menschen würden sich Gedanken machen, wo was herkomme - und wie es wohin komme. „Wenn Sie nicht mehr wollen, dann werden wir erst einmal merken, was uns alles fehlt”, scherzte Merkel in Richtung Fiege-Vorstand. Aber nicht nur deswegen, auch weil die Logistikbranche ein wichtiger Arbeitgeber sei, sei sie so wichtig. „Ich habe gerade gesehen, wie moderne Logistik funktioniert und wie viele Menschen dadurch eine Arbeit bekommen können”, bilanzierte die Kanzlerin, die darauf setzt, dass Fiege weiterhin das Morgen im Blick habe. „Ich wünsche mir, dass Sie weiter Ihre Ideen so umsetzen können, dass viele Menschen davon Arbeit bekommen”, sagte sie. Denn das konkret könne die Politik nicht - Arbeitsplätze schaffen. „Wir können nur die Bedingungen setzen, die Spielregeln vereinbaren, unter denen soziale Marktwirtschaft stattfinden kann”, erklärte die Kanzlerin, die sich trotz der Krise zuversichtlich zeigte. Sie betonte, wie wichtig für sie der Zusammenhalt des Landes in ihren Augen sei. „Wir müssen um die Bedeutung jedes Einzelnen wissen”, mahnte sie. Denn nur, wenn der Zusammenhalt gelänge, habe Deutschland eine Chance, stärker aus der Krise hervorzugehen.

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Von Thorsten Maybaum Donnerstag, 20. August 2009
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