
Rund 500 Unternehmen wurden dafür zur derzeitigen Geschäftslage und den Aussichten für die nächsten Monate befragt. Den Ergebnissen zufolge zeigten sie sich dabei vom Tempo der konjunkturellen Abwärtsentwicklung überrascht und schrauben ihre Zukunftserwartungen kräftig nach unten. Der IHK-Konjunkturklimaindikator sackte um mehr als 20 Punkte ab, blieb aber mit knapp 79 Punkten noch über den Werten von Anfang 1993 und 2003. IHK-Präsident Hans Dieler sprach von einem „drastischen Umschwung im Meinungsbild“.
Der Studie zufolge bezeichnen mit rund 53 Prozent mehr als die Hälfte der Unternehmen die eigene Geschäftslage als befriedigend. Während dieser Anteil gegenüber der IHK-Umfrage vor rund sechs Monaten im Wesentlichen unverändert blieb, ging die Zahl der Unternehmen, die von einer guten Geschäftslage berichten, um zehn Prozentpunkte auf ein Viertel zurück. Im gleichen Umfang stieg entsprechend der Anteil der Unternehmen, die ihre Situation als schlecht bewerten auf 21 Prozent.
Die Befragten schätzen die Aussichten unterschiedlich ein. So erwartet die eine Hälfte der Unternehmen, dass die Geschäfte in den nächsten Monaten schlechter laufen werden. Die andere Hälfte geht von einer gleich bleibenden Geschäftslage (41 Prozent) aus oder erwartet sogar bessere Geschäfte (9 Prozent).
„Eine ganze Reihe von Unternehmen sieht kurzfristig kein Licht am Ende des Tunnels“, fasst Dieler die Aussichten zusammen. Die Unternehmen betonten gegenüber der IHK immer wieder, „wie schnell seit Ende Sommer die Aufträge weggebrochen sind“, erläuterte der IHK-Präsident den Umschwung. Eine Reihe von Unternehmen berichtete von einem „gleichzeitigen Nachfragerückgang weltweit“. Der Anteil der Unternehmen, der von geringeren Exportumsätzen ausgeht, stieg um fast 30 Punkte auf über 44 Prozent. Gleich bleibende Auslandsgeschäfte erwarten 46 Prozent.
Angesichts dieser Umfrageergebnisse „kann eine Wende am Arbeitsmarkt nicht überraschen“, so Dieler. Der Anteil der Unternehmen, der Personal abbauen will, ist von 27 auf 39 Prozent gestiegen. Der IHK-Präsident appellierte im Zuge dessen an die Unternehmen in der Region, die erweiterten Möglichkeiten zu nutzen, durch Kurzarbeit Entlassungen zu umgehen.
Die Zahl der Unternehmen, die künftig weniger investieren, wuchs von 27 auf 43 Prozent. Gleichzeitig aber blieb der Anteil derjenigen, die höhere Ausgaben planen, mit 19 Prozent unverändert.