
Nachdem der Welthandel als Auswirkung der Finanzkrise um 20 Prozent geschrumpft sei, deute sich langsam eine Erholung der Wirtschaft an, stellte Volkswirtschaftler Risch fest. Treibende Kraft des zarten Aufschwungs sei der Export. Risch warnte die Unternehmer jedoch vor übertriebenen Erwartungen. Die Investitionsneigung sei noch schwach. Zudem bremse die steigende Arbeitslosigkeit die Erholung.
Auch die Finanzkrise, deren akute Probleme überwunden seien, wirke negativ nach. Im Frühjahr 2010 könne es eine kritische Phase für die Wirtschaft geben, wenn der zunehmende Kreditbedarf der Unternehmen von den Banken nicht mehr befriedigt werden könne, weil in den Banken selbst aufgrund eigener Risikovorsorge und schrumpfenden Eigenkapitals das Geld knapp werde. Risch rechnet dann mit steigenden Insolvenzzahlen. Derzeit gebe es noch keine Kreditklemme, aber ein Viertel der Unternehmen leide schon jetzt unter schlechteren Konditionen.
Eine solide Eigenkapitalbasis ist laut Risch die beste Gewähr, die kritische Phase erfolgreich zu überstehen. International agierenden Unternehmen rät er, sich auf den internationalen Märkten direkt zu engagieren, statt einfach nur ihre Waren zu exportieren. Die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) werden im internationalen Geschäft weiter an Bedeutung gewinnen.
Die IHK Nord Westfalen und die NRW.Bank wiederholen die Veranstaltung „Auftanken für den Aufschwung“ am 5. November, 17 Uhr, auf Gut Havichhorst in Münster. Der Eintritt ist frei. Anmeldung nimmt die IHK (Jutta Plötz, Telefon 0251 707-221) entgegen.