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Steuervorteile nur für Eilige

Ab dem 1. Januar 2009 wird sie kommen – die Abgeltungsteuer. Doch was bedeutet das eigentlich konkret? Welche steuerlichen Auswirkungen die neu eingeführte Steuer auf das Ausschüttungsverhalten von Gesellschaftern einer Kapitalgesellschaft (GmbH/AG) haben kann, erläutert Michael Albers, Steuerberater der Kanzlei Heisterborg & Partner aus Stadtlohn, für Wirtschaft aktuell.

Die Grafik zeigt die beiden Abbildungen 1 und 2. Zur Ansicht bitte auf die Grafik klicken.

Ab dem 1. Januar 2009 wird sie kommen – die Abgeltungsteuer. Doch was bedeutet das eigentlich konkret? Welche steuerlichen Auswirkungen die neu eingeführte Steuer auf das Ausschüttungsverhalten von Gesellschaftern einer Kapitalgesellschaft (GmbH/AG) haben kann, erläutert Michael Albers, Steuerberater der Kanzlei Heisterborg & Partner aus Stadtlohn, für Wirtschaft aktuell.

Durch das Unternehmensteuerreformgesetz wurde der Körperschaftsteuersatz ab dem Veranlagungsjahr 2008 für Kapitalgesellschaften von 25 Prozent auf 15 Prozent gesenkt. Mit dieser Reform wurde zum 1. Januar 2009 auch die Besteuerung von Gewinnausschüttungen auf Ebene des Gesellschafters geändert. Ab 2009 wird das Halbeinkünfteverfahren abgeschafft und bei Einkünften im Privatvermögen durch die Abgeltungsteuer (siehe Abbildung 1) und im Betriebsvermögen eines Personenunternehmens (PU) durch das Teileinkünfteverfahren ersetzt. Beide Verfahren werden ab diesem Zeitpunkt bei dem Anteilseigner grundsätzlich zu einer höheren Steuerbelastung führen. Die bisher gesetzlichen Regelungen gelten also nur noch bis zum 31. Dezember 2008: Das bedeutet, Gewinnausschüttungen werden unabhängig davon, ob die Anteile im Privat- oder Betriebsvermögen gehalten werden, lediglich hälftig besteuert (Halbeinkünfteverfahren). Bei diesem Verfahren liegt die Belastung durch die Einkommensteuer bei 50 Prozent des individuellen Steuersatzes. Bei einem Grenzsteuersatz von 45 Prozent liegt die Einkommensteuerbelastung also bei maximal 22,5 Prozent (50 Prozent von 45 Prozent Grenzsteuersatz). Zur Erinnerung: Die Abgeltungsteuer liegt bei 25 Prozent.

GmbH-Anteile im Betriebsvermögen – Teileinkünfteverfahren:
Befinden sich die Anteile im Betriebsvermögen eines Personenunternehmens, gilt ab 2009 das so genannte Teileinkünfteverfahren. Danach sind empfangene Gewinnausschüttungen nur noch zu 40 Prozent steuerfrei. Im Halbeinkünfteverfahren sind bis Ende 2008 noch 50 Prozent freigestellt. Von den Aufwendungen, die im Zusammenhang mit den Anteilen stehen, können demnach 40 Prozent (vormals 50 Prozent) steuerlich nicht berücksichtigt werden.

GmbH-Anteile im Privatvermögen – Abgeltungsteuer:
Wird der Gesellschaftsanteil im Privatvermögen gehalten, fallen auf Ausschüttungen ab 2009 grundsätzlich 25 Prozent Abgeltungsteuer an. Mit dieser Fixsteuer ist die Einkommensteuer auf diese Einkünfte abgegolten. Der Abzug tatsächlicher Werbungskosten ist grundsätzlich nicht mehr möglich. So können zum Beispiel Darlehenszinsen, die für die Anteilsfinanzierung gezahlt werden, nicht mehr als Werbungskosten geltend gemacht werden.
Gesellschafter, die zu mindestens 25 Prozent an der Kapitalgesellschaft beteiligt sind oder zu mindestens einem Prozent an der Kapitalgesellschaft beteiligt und beruflich für diese tätig sind, haben jedoch eine Optionsmöglichkeit. Auf Antrag erfolgt die Versteuerung der Ausschüttungen über die Einkommensteuer-Veranlagung mit dem individuellen Steuersatz und unter Abzug von Werbungskosten im Teileinkünfteverfahren – vergleichbar einer Beteiligung im Betriebsvermögen. Das Wahlrecht, das automatisch auch für die folgenden vier Veranlagungszeiträume gilt, kann der Gesellschafter spätestens bis zur Abgabe seiner Steuererklärung ausüben.

Belastungsvergleich – Anteile im Privatvermögen:
Die nachfolgende Gegenüberstellung (vergleich Abbildung 2) zeigt, dass der Steuervorteil bei einer Gewinnausschüttung von 100.000 Euro bis zum 31. Dezember 2008 bei einem persönlichen Steuersatz von 35 Prozent 7.913 Euro beträgt. Der Vorteil einer Gewinnausschüttung vor dem 1.1. 2009 wird umso größer, je niedriger der persönliche Steuersatz des Gesellschafters ist. Doch selbst wenn sich dessen individueller Steuersatz im Spitzenbereich befindet (45 Prozent) lohnt sich die Ausschüttung nach altem Recht noch.

Belastungsvergleich – Anteile im Privatvermögen:
Die nachfolgende Gegenüberstellung (vergleich Abbildung 2) zeigt, dass der Steuervorteil bei einer Gewinnausschüttung von 100.000 Euro bis zum 31. Dezember 2008 bei einem persönlichen Steuersatz von 35 Prozent 7.913 Euro beträgt. Der Vorteil einer Gewinnausschüttung vor dem 1.1. 2009 wird umso größer, je niedriger der persönliche Steuersatz des Gesellschafters ist. Doch selbst wenn sich dessen individueller Steuersatz im Spitzenbereich befindet (45 Prozent) lohnt sich die Ausschüttung nach altem Recht noch.

Fazit:
Sofern es die betriebswirtschaftlichen Verhältnisse zulassen, sollten bis 2007 erwirtschaftete Gewinne noch in diesem Jahr ausgezahlt werden. Um auch den Gewinn 2008 steuergünstig bis zum 31. Dezember 2008 auszahlen zu können, gibt es die Möglichkeit der Vorabausschüttung. Aus gesellschaftsrechtlicher Sicht ist allerdings zu beachten, dass für eine Vorabausschüttung am Ende des Wirtschaftsjahres genügend ausschüttbares Vermögen vorhanden sein muss. Werden Gewinne im Zeitalter der Abgeltungsteuer ausgeschüttet, ist die Gesamtbelastung für den Anteilseigner in jedem Fall höher, unabhängig davon, ob sich die Anteile im Privat- oder im Betriebsvermögen (PU) befinden. Deshalb sollte die Möglichkeit einer Gewinnausschüttung noch in diesem Jahr rechtzeitig individuell geprüft und vorbereitet werden.

Michael Albers
Steuerberater

Montag, 13. Oktober 2008
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