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Fit für die Zukunft: Wie sich Unternehmen auf die Zukunft vorbereiten

Welche Unternehmung macht sich nicht Gedanken über die zukünftige Entwicklung. Um die künftige Fitness zu beurteilen, müssen die Stärken und Schwächen sowie Risiken und Chancen beurteilt werden. Genau diese versuchen auch die Banken im Zuge eines Rating zu ermitteln. Daher sollte das Bankenrating nicht als „Schreckgespenst“ betrachtet werden, sondern vielmehr als kostenlose Vorsorgeuntersuchung, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und somit Anhaltspunkte für die zukünftig zu erwartende Leistungsfähigkeit der Unternehmung zu bekommen.

Glaubt man den Banken, werden Kredite nur noch dann vergeben, wenn diese auch mit den zukünftigen Erträgen zurück bezahlt werden können. Sicherheiten haben laut gleichlautender Aussagen unterschiedlicher Banken keinen grundlegenden Einfluss mehr auf die eigentliche Kreditvergabe. Die Bank will wissen, ob ein Unternehmen fit für die Zukunft ist oder anders ausgedrückt, ob die Bonität gut ist.

Ohne Plan kein Geld!

Die Erfahrungen, die Banken aus den Insolvenzen unterschiedlicher Unternehmen in der Vergangenheit gemacht haben, wurden statistisch analysiert und führten zu einem Fragenkatalog, mit dem der Kreditnehmer heute im Rahmen des Kreditgespräches konfrontiert wird. Anhand dieser Fragen versuchen die Banken, die wesentlichen Risiken, die nachweislich in der Vergangenheit zu Insolvenzen geführt haben, zu beurteilen. Beispiele für etwaige Fragen sind:

  • Welchen Gewinn wird das Unternehmen machen?
  • Wie werden sich die liquiden Mittel entwickeln?
  • Welche Risiken kommen auf das Unternehmen zu?
  • Verfügt das Unternehmen über eine nachvollziehbare Strategie?
  • Sind die Planungen glaubhaft?
  • Ist die Nachfolge gesichert?

Die Antworten werden ausgewertet – Rating - und führen zu der Beurteilung der Bonität. Je schlechter die Bank die Bonität betrachtet, desto höher wird der Zinssatz und umgekehrt. Genau hier ist nun die Chance der Unternehmung. Fragt diese nach ihrem eigenen Rating, wird die Bank die einzelnen Stärken und Schwächen sowie Risiken und Chancen benennen. So lernt die Unternehmung zum einen die Gründe für die Höhe des eigenen Zinssatzes kennen und zum anderen die subjektive Beurteilung der wesentlichen Risiken, die bei anderen Unternehmen in der Vergangenheit maßgeblich zur Insolvenz beigetragen haben. Es macht daher auch im eigenen Interesse Sinn, sich kritisch mit der Beurteilung auseinander zu setzen.

Konstruktive Kritik birgt die Chance sich zu verbessern

Damit die benannten Schwächen und Risiken beseitigt werden können, bedarf es häufig, zumindest zum Teil, externer Beratung. Diese ist jedoch mit Kosten verbunden und hält daher nicht wenige Unternehmen davon ab, die aufgedeckten Schwachstellen professionell zu beheben. Dabei können die entstehenden Kosten im Sinne einer Amortisationsrechnung betrachtet werden.

Reduzierte Zinskosten und öffentliche Zuschüsse tragen die Beratungskosten

Durch die Beratung werden die Risiken und Schwächen reduziert. Das Rating der Unternehmung wird besser und der Zinssatz sinkt. Somit werden die anfallenden Beratungskosten über kurz oder lang durch die Reduzierung der Zinskosten getragen. Wenn jetzt noch mögliche Beratungskostenzuschüsse hinzukommen, muß der Aufbau der künftigen Fitness auch bei kurzfristiger Betrachtung nicht zwangsläufig zu erheblichen Kosten führen.

Wird dieser Sachverhalt mit unserem Krankenkassensystem verglichen, würde das bedeuten, dass der Raucher, der sich das Rauchen abgewöhnt, mit einem niedrigeren Beitragssatz zur Krankenkasse belohnt wird und für mögliche Entwöhnungskuren auch noch Zuschüsse bekommt. Darüber hinaus kann der Unternehmer, genauso, wie der Raucher Kosten für Zigaretten spart, durch die Analysen Unrentabilitäten aufdecken und beseitigen.

Auch in Anlehnung an das Raucherbeispiel ist es für das Unternehmen somit auf jeden Fall günstiger Probleme frühzeitig zu erkennen, als erst zu reagieren, wenn die Not schon groß ist und nur noch eingeschränkter Spielraum für unternehmerische Entscheidungen vorhanden ist.

Der Richtungswechsel in der Kreditvergabepraxis der Banken wird sich Schritt für Schritt im Tagesgeschäft der Kreditinstitute durchsetzen. Selbst wenn die Banken anders wollten, müssen auch sie ihre Geschäftspolitik der Vergangenheit den geänderten Vorschriften anpassen. Für alle Beteiligten macht es daher wenig Sinn, sich über die geänderten Rahmenbedingungen zu beschweren. Das System wird dadurch nicht geändert. Vielmehr sollten die Chancen der Entwicklung erkannt werden, damit die Unternehmung auch fit für die Zukunft ist.

Der Autor:
Diplom-Betriebswirt Christian Hidding ist Geschäftsführer der Gesellschaft für praxisorientierte Mittelstandsberatung mbH (GPM) aus Bocholt und veröffentlicht Beiträge über betriebswirtschaftliche Themen mit dem Schwerpunkt „Mittelständische Unternehmen”.

 

Von Christian Hidding Donnerstag, 27. März 2008
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