Wed Nov 22 15:59:50 CET 2017

Merkliste

Lesenswert
Hygiene oberstes Gebot

Egal, ob es die Schweinegrippe ist oder Influenza. Zum Winter ist die Gesundheit der Mitarbeiter eines Unternehmens ein besonders hohes ...  

Genehmigungsverfahren: zu kompliziert und langwierig?

Wer schon einmal einen Genehmigungs- oder Änderungsantrag für eine Anlage gestellt hat, die unter das Bundesimmissionsschutzgesetz ...  

Schutz vor SPAM: Das ist wichtig

SPAM - sie sind nervig und zumeist unerwünscht, sie behindern die Alltagsarbeit in den Unternehmen. Im Jahr können die Spammer damit ...  

Wenn Arbeit krank macht

Im Arbeitsalltag fallen sie zunächst fast nie negativ auf. Im Gegenteil: Sie wirken engagiert, motiviert und auch die eine oder andere ...  

Verjährungsfalle Gewährleistungsbürgschaft

Eigentlich sollte die Gewährleistungsbürgschaft eine sichere Angelegenheit sein. Nach Ansicht von Rechtsanwalt Otto Lieber von der ...  

Zeigen, was man hat – aber wie?

Jeder kennt sie. Kaum einer will sie. Aber viele brauchen sie, denn wirklich alle lassen sich – bewusst oder unbewusst – von ihr ...  

Motivation ohne Incentives – geht das?

Die Motivation ihrer Mitarbeiter liegt vielen Unternehmern am Herzen. Die Frage lautet aber immer wieder: Wie motiviere ich meine ...  

Internet-Werberecht: Das sind die Fallen

Immer mehr Unternehmen nutzen das Internet, um für sich, ihre Produkte und Dienstleistungen zu werben, oder um online Waren zu ...  

Ein schmaler Grat

Stadtlohn - Sie tun es alle, egal, ob Chef oder Angestellter, ob Handwerker oder Bürohengst, ob Millionär oder Ein-Euro-Jobber. Sie ...  

Zwischen den Stühlen

Sie sollen ihren „Laden“ im Griff haben, das Beste aus ihren Mitarbeitern herausholen und somit maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens ...  

Bilanzieren Sie Ihre Kreativität

Die kontinuierliche Verbesserung der unternehmerischen Strukturen, der eigenen Produkte und Dienstleistungen ist für den Erhalt der ...  

Existenzgründung will auch steuerlich gut durchdacht sein

Das Interesse am Thema „Existenzgründung“ ist nach wie vor groß, gute Ideen sind vorhanden. Dass der Weg in die Unternehmerschaft aber ...  

Generationenwechsel aus Nachfolgersicht

Die Sicherung der Unternehmensnachfolge gehört zu den wichtigsten unternehmerischen Herausforderungen. Über die Kernaussagen einer ...  

Verlustausgleich: zwischen Freud und Leid

Ein Unternehmer zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er Initiative ergreift und das Risiko seiner Tätigkeit trägt. Doch wer viel ...  

Vorsicht, Insolvenzfalle

Geht ein Unternehmen in die Insolvenz, erhalten immer häufiger auch Werkunternehmer, die mit dem insolventen Auftraggeber ...  

Tipps für den „Steuerdschungel“

Das deutsche Steuerrecht ändert sich rasant. Aufgrund der zahlreichen Klageverfahren bei Finanzgerichten oder beim Bundesfinanzhof ...  

Chancen in den Niederlanden erkennen und nutzen

Für deutsche Unternehmen gibt es eine Vielzahl guter Gründe, auf dem niederländischen Nachbarmarkt grenzüberschreitend tätig zu werden. ...  

Chaos auf dem Bau: Das muss der Handwerker beachten

Ein Hauptproblem am Bau ist der immer bestehende Zeitdruck. Viel zu häufig versprechen der Architekt oder das Bauplanungsbüro dem ...  

Neues Steckenpferd der Finanzverwaltung

In letzter Zeit ist ein verstärktes Bestreben der Finanzverwaltung festzustellen, Unternehmensverbindungen daraufhin zu überprüfen, ob möglicherweise eine Umsatzsteuer-Organschaft besteht, die bisher als solche nicht festgestellt wurde. Aber worum geht es dabei genau? Reinhard Lohmann, Steuerberater der Kanzlei Heisterborg und Partner aus Stadtlohn, beleuchtet das Thema für Wirtschaft aktuell.

Reinhard Lohmann ist Steuerberater der Kanzlei Heisterborg und Partner.

Muss ein Unternehmen Insolvenz anmelden, so ist das Finanzamt mit seinen Steuerforderungen seit dem Inkrafttreten der Insolvenzordnung (InsO) nur noch Insolvenzgläubiger. Es erfährt somit keine bevorzugte Behandlung aus der Masse, sondern muss sich mit einer sich ergebenden Insolvenzquote zufrieden geben. Bei einer Umsatzsteuerorganschaft handelt es sich um einen Unternehmensverbund, bei dem eine Organgesellschaft (nur als juristische Person möglich) im Sinne einer Über- und Unterordnung finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in das Unternehmen des Organträgers (Rechtsform beliebig) eingegliedert ist. Die Folge daraus ist, dass die Organgesellschaft damit ihre Unternehmereigenschaft verliert und alle aus ihrer Tätigkeit resultierenden
Umsatzsteuer- und Vorsteuerbeträge dem Organträger als Unternehmer zugerechnet werden.

Im Falle einer Insolvenz der Organgesellschaft liegt der Vorteil der Finanzverwaltung auf der Hand: Umsatzsteuerforderungen entstehen nur gegenüber den meistens von der Insolvenz nicht betroffenen Organträgern, ein Steuerforderungsausfall ist damit regelmäßig für die Finanzverwaltung nicht zu befürchten. Es verwundert daher nicht, dass die Finanzverwaltung nunmehr verstärkt Unternehmensverbindungen im Sinne einer Mutter-Tochter-Konstellation daraufhin überprüft, ob möglicherweise eine Umsatzsteuer-Organschaft vorliegt, die nur bisher noch nicht „entdeckt “ wurde.

Hier entzündet sich dann auch häufig der Streit: Sind bei einer Mutter-Tochter-Konstellation das Erfordernis der finanziellen Eingliederung (Mutterunternehmen besitzt die Mehrheit der Anteile am Tochterunternehmen) und der wirtschaftlichen Eingliederung (gegenseitige Förderung und Ergänzung der Tätigkeiten) recht schnell erfüllt, so ergeben sich die Streitpunkte häufig bei dem ebenso notwendigen Erfordernis der organisatorischen Eingliederung.
Darunter versteht man die Sicherstellung der Willensdurchsetzung des beherrschenden Gesellschafters in der laufenden Geschäftsführung des Tochterunternehmens. Zweifelsohne sind diese Voraussetzungen gegeben, wenn Personalunion in der Geschäftsführungsposition vorliegt oder Mitarbeiter des Mutterunternehmens die Geschäftsführungsposition in der Tochterunternehmung übernehmen.

Liegt aber im Gegensatz dazu eine klassische Fremdgeschäftsführung vor, bei der die Willensentscheidungen des Fremdgeschäftsführers mit Bezug auf die laufende Geschäftsführung durch das Mutterunternehmen nicht beeinflusst werden können, so ist die organisatorische Eingliederung nicht gegeben.
Damit scheidet auch das Vorliegen einer Umsatzsteuer-Organschaft aus. Das hat der Bundesfinanzhof in seiner jüngsten Entscheidung vom 5. Dezember 2007 V R 26/06 unlängst entschieden und damit seine eindeutige Rechtsprechung aus
1992 (V R 80/85) und 1999 (V R 32/98) fortgesetzt.

Das Institut der Umsatzsteuer-Organschaft kann in bestimmten Fällen durchaus von Vorteil sein. Unternehmen haben es aber diesbezüglich selbst in der Hand, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. In den Fällen, in denen die Finanzverwaltung auf die Suche nach bisher unentdeckten Organschaftsfällen geht, sollte diesem Ansinnen von Seiten der betroffenen Unternehmen kritisch begegnet werden.

Reinhard Lohmann

Donnerstag, 17. April 2008
Drucken Versenden Permalink Merken